Alternative Energieträger : Brennstoffzentrum nach Cottbus

Ulrich Fischer, Leiter des Wasserstoff-Forschungszentrums an der Brandenburgischen Technische Universität, steht am Druckelektrolyseur für die Erzeugung von Wasserstoff.
Ulrich Fischer, Leiter des Wasserstoff-Forschungszentrums an der Brandenburgischen Technische Universität, steht am Druckelektrolyseur für die Erzeugung von Wasserstoff.

Die Lausitz soll nach Vorstellungen der Landesregierung nach dem Kohleausstieg zur Modell-Energieregion werden

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17. August 2019, 05:00 Uhr

Damit die Energiewende gelingt, werden in den nächsten Jahren Brennstoffe benötigt, die auf Strom basieren. In Cottbus solle für die nachhaltige Erzeugung und Nutzung solcher Stoffe ein Kompetenzzentrum entstehen, teilte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) gestern in der Brandenburgischen-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit, wo das Zentrum seinen Standort haben soll. „Das ist eine ganz tolle Nachricht, weil das an unsere Kompetenz, an der wir seit vielen Jahren schon forschen, andockt“, sagte Universitäts-Präsidentin Christiane Hipp. Die Hochschule habe ohnehin geplant, in diesen Bereichen neue Professorenstellen einzurichten.

Power-to-X-Technologien sind strombasierte Brenn-, Kraft und Grundstoffe. Sie ermöglichen es, Stromüberschüsse bei Überangebot erneuerbarer Energien aus Sonne oder Wind, zu speichern oder im Wärme- oder Verkehrsbereich zu nutzen.

„Power-to-X“ werde in Zukunft international gefragt sein, so Schulze. Auf dem Weg in eine klimaneutrale Weltwirtschaft reiche es nicht, nur die Stromerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen. Schulze kündigte an, dass eine Demonstrationsanlage zur Produktion synthetischer Kraftstoffe aufgebaut werde. Über deren Standort werde noch beraten. Geplant seien bis zu 80 neue Arbeitsplätze.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt begleitet die Demonstrationsanlage als Forschungszentrum. Sie sei der nächste logische Schritt zur Markteinführung strombasierter Kraftstoffe, so Uwe Riedel vom Institut für dekarbonisierte Industrieprozesse. An der Anlage könne untersucht werden, wie wirtschaftlich die Brennstoffe seien und was sie am Ende pro Liter kosten.

Für die Erprobung und Einführung innovativer PtX-Technologien werden starke Partner gebraucht. Führende Vertreter unter anderem von BASF, Rolls Royce, der Lufthansa Group und Sunfire GmbH sowie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bekräftigten in einer Erklärung an die Bundesministerin ihren Beitrag dazu.

Mit der Entscheidung der Bundesregierung kommt ein zweites Kompetenzzentrum nach Cottbus. Eine erste vom Bund finanzierte Denkfabrik für Klimaschutz in energieintensiven Industrien soll noch 2019 in Cottbus eröffnet werden. Für den Aufbau sind 2019 zwei Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt eingeplant. Noch in diesem Jahr sollen zehn Arbeitsplätze entstehen und ab 2020 weitere hinzukommen.

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