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Bildungsstätten sorgen mittags für mehr Qualität : Das Schulessen wird langsam besser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Befragung zeigt wachsende Qualitätsorientierung – Größere Abwechslung und mehr Zeit für die Einnahme werden angemahnt

nnn.de von
erstellt am 17.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Immer mehr Schulen engagieren sich für eine gesunde Speisenangebot für die Mittagsversorgung und schaffen eigene Lösungen vor Ort. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Befragung zum Brandenburger Schulessen.

In jeder dritten Schule gibt es demnach bereits Gremien wie Mensa-AGs. Diese formulieren gemeinsam mit dem Schulträger die Anforderungen an das das Speisenangebot, initiieren eine bessere der Pausenorganisation und starten Umfragen zu den Einschätzungen und Wünschen von Schülern und Eltern. Auf diese Weise fließen zunehmend Qualitätsvorgaben in die versorgungsverträge ein.

Vertragliche Vorgaben zur Speisenqualität existieren derzeit in zwei von drei Schulen. „Dies ist grundlegende Voraussetzung für eine Qualitätsentwicklung und -kontrolle“, so Maren Daenzer-Wiedmer, Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Vor sieben Jahren sah dies anders aus. Damals war es nur eine von drei Schulen.

Die Befragung zeigt, dass die Beteiligung an der Schulversorgung trotz deutlicher Preissteigerung konstant ist. In den Grundschulen nehmen die Nutzerzahlen tendenziell zu und steigen auf 68 Prozent der Schüler. In den weiterführenden Schulen fällt die Akzeptanz mit 22 Prozent deutlich geringer aus. Die geringste Teilnahme registrieren die Oberschulen mit 18 Prozent.

Dass Eltern bereit sind, dafür auch mehr zu bezahlen, zeigen laut Befragung die seit 2009 durchschnittlich um 69 Cent pro Portion gestiegenen Essenpreise bei gleichzeitig konstanter Teilnehmerquote. Derzeit zahlen Eltern in Brandenburger Grundschulen durchschnittlich 2,50 Euro pro Tag für das Mittagessen ihrer Kinder - in weiterführenden Schulen sind es 2,90 Euro. Eine Reihe von Schulträgern subventioniert zudem das Essen.

Verbesserungsbedarf sieht die Vernetzungsstelle in den angebotenen Speisen. Nach wie vor werden Gemüse und Fisch zu selten und Fleisch sehr oft in den Schulmensen angeboten. Viele Eltern wünschen sich hier ein ausgewogeneres Angebot. Dies wird auch bereits durch einzelne Schul-Caterer praktiziert, so die vernetzungsstelle. Doch damit die „fleischfreien“ Alternativen zu Grießbrei & Co den Kindern und Jugendlichen auch schmecken, sind einfallsreiche Rezepturen und Kommunikation gefragt. Für die Akzeptanz förderlich wäre es, wenn zusätzlich im Elternhaus und im Unterricht die Themen „Lebensmittelvielfalt“ oder „Klimafreundliches Essen“ häufiger diskutiert und ausprobiert werden.

In der Befragung wird bemängelt, dass die Pausenzeiten für das Mittagessen in Schulen oft viel zu kurz sind. Für das Verlassen der Unterrichtsräume, den Gang zur Toilette und zum Händewaschen, für das Anstehen in der Mensa und das Finden eines Platzes sowie das Essen mit den Freunden blieben den meisten Schülerinnen und Schülern insgesamt maximal 30 Minuten Zeit. Gerade in großen Schulen mit langen Wegen zur Mensa und mit wenigen Sitzplätzen führt das oft dazu, dass auf das Mittagessen ganz verzichtet wird, so das Resümee.

Insgesamt seien die Schulen aber auf einem guten Weg, sagte Maren Daenzer-Wiedmer. „Gute Ernährung ist wichtig für Heranwachsende. Die Schulen können mit ihrem Mittagsangebot einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Entscheidend ist eine gute Qualität der Speisen. Nur wenn das Essen schmeckt, wird das Angebot von den Schülerinnen und Schülern auch genutzt", so Bildungsminister Günter Baaske (SPD).

„Für ein bedarfsgerechtes Verpflegungsangebot, dass zur jeweiligen Schule passt, sind viele Beteiligte einzubinden – ob Schülerschaft, Eltern, Schulleitung, Schulträger, Schulcaterer, Busverkehr. Dies ist oft ein aufwendiger Prozess, der ein gemeinsames Verständnis für dieses Thema notwendig macht“, erläuterte Verbraucherminister Stefan Ludwig (Linke).  

 

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