Tourismus : Im Winter Kurzurlauber anlocken

Auch im Spreewald schaffen Hoteliers, Gastwirte und Tourismusveranstalter Angebote für die kalte Jahreszeit.
Auch im Spreewald schaffen Hoteliers, Gastwirte und Tourismusveranstalter Angebote für die kalte Jahreszeit.

Für Tourismus und Gastronomie in Brandenburg gewinnt die Nebensaison mit Wellnessideen und anderen Angeboten an Bedeutung.

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03. Februar 2020, 05:00 Uhr

Das Brandenburger Gastgewerbe stellt sich darauf ein, mehr Touristen und Kurzurlauber im Herbst und Winter anzuziehen.„Gerade die Nebensaison-Monate November bis März haben in der Vergangenheit in Brandenburg zugelegt“, sagte Patrick Kastner von der Tourismus Marketing Brandenburg in einer dpa-Umfrage.

Die Übernachtungen in den Wintermonaten hätten sich in den vergangenen 20 Jahren beinahe verdoppelt. Demnach wurden zuletzt im November 2019 in Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten 334 402 Gäste und 827 675 Übernachtungen gezählt - ein Zuwachs von 2,5 beziehungsweise 3,4 Prozent im Vergleich zu November 2018.

Mit einem Übernachtungsplus von 10,7 Prozent habe der Spreewald im November am deutlichsten zulegen können. „Erstmals wurden hier im Jahresverlauf mehr als zwei Millionen Übernachtungen gezählt“, berichtete Kastner. Auch das Dahme-Seenland könne sich über ein starkes Übernachtungs-Plus von 9,9 Prozent im November freuen.

In Summe sei weiterhin das Seenland Oder-Spree die Reiseregion mit den meisten Übernachtungen in Brandenburg - von Januar bis November waren es mehr als 2,15 Millionen.

Um ihr Geschäft über die Nebensaison aufrecht und so auch Personal ganzjährig halten zu können, hätten sich viele Gastronomen etwas einfallen lassen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Hotel- und Gaststättenverbands in Brandenburg, Olaf Lücke. „Viele Betriebe sind durch ihr Winterangebot recht gut ausgelastet.“

Trotzdem nutze die Branche die „ruhigere Zeit“ vor allem, um sich auf die bevorstehende Saison ab Frühjahr vorzubereiten, Reparaturen ausführen zu lassen und dem Personal Gelegenheit für Resturlaub und Überstundenabbummeln zu geben. Lücke zufolge ist das immer beachtlichere Geschäft in der Nebensaison gleichzeitig Voraussetzung für die Existenz einiger Betriebe: „Durch die höheren Einnahmen kann man besser auf die Kostensteigerung in andern Bereichen wie etwa Energie und Lebensmittel ausgleichen.“

Laut Kastner sind Anbieter und Regionen im Vorteil, die im Ort etwas bieten können - etwa eine Therme. Das ist in Templin (Uckermark) der Fall. „Wir haben über das gesamte Jahr steigende Besucherzahlen seit vielen Jahren, dies gilt auch für die kalte Jahreszeit“, sagte Ernst Volkhardt von der Tourismus-Marketing Templin. „Zu erkennen ist, das sich viele Anbieter sehr genau auf die Bedürfnisse der Kunden einstellen und entsprechende Angebote bereitstellen“, so Kastner. Das macht auch Verlando Konschak, der bei Sewekow (Ostprignitz-Ruppin) das Seehotel Ichlim betreibt.

Wellness, Wildessen, Tanz, Wanderungen und auch Aquarellmalkurse bietet er seinen Gästen in der Nebensaison. Nur das für Januar geplante Eisfest habe aufgrund der ungünstigen Witterung ausfallen müssen. „Vielleicht holen wir es nach, wenn wieder richtig Winter ist“, sagte der Hotelier.

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