Wandern durch die Geschichte : Immer entlang der Meilensteine

Die originalgetreuen Meilensteine wurden im November 2018 gesetzt.
Die originalgetreuen Meilensteine wurden im November 2018 gesetzt.

Zu Fuß unterwegs auf einer preußischen Autobahn des 17. Jahrhunderts

nnn.de von
15. März 2019, 05:00 Uhr

Als Wandern auf der Autobahn des 17. Jahrhunderts wird eine Pilgertour angekündigt, die am Sonnabend in Flatow (oberhavel) buchstäblich ihren Lauf nimmt. Über fünf Kilometer geht es auf der Alten Hamburger Poststraße bis zu drei Meilensteinen, die im November aufgestellt wurden.

Was kostete die Beförderung eines Briefes vor dreiJahrhunderten, wie lange waren die Kutschen unterwegs? Diese und viele weitere Fragen sollen beantwortet werden. Los geht die Tour um 10.45 Uhr auf dem Flatower Sportplatz. Genügend Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Die Pilgertour nimmt ihren Anfang um 11 Uhr. Festes Schuhwerk ist erforderlich.

Die Tour leitet Rolf Zimmermann vom Förderverein Regionalpark Krämer Forst. Zimmermann ist in der Forschergruppe Meilensteine aktiv, die sich um die Wiederbelebung der Wegweiser, die auf ganze, halbe und Viertelmeilen hinweisen, kümmert. Die Strecke wurde früher auch Hofküchenroute genannt. Warum? „Auf dem Weg wurden Speisen für die Residenzen in Potsdam, Berlin und Oranienburg geliefert“, so Rolf Zimmermann.

An der Flatower Feuerwehr angekommen, soll um 12 Uhr der Gebrauch einer alten Maßkette vorgeführt werden. Die symbolische Einweihung der Meilensteine erfolgt zwei Stunden später in der Apfelallee. Der Posaunenchor Kremmen spielt, für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Nicht nur zu Fuß sind Besucher unterwegs. Ab 12.30 Uhr gibt es zudem die Gelegenheit, für eine kleine Spende in einer historischen Postkutsche mitzufahren. Die Fahrt beginnt an der Feuerwache.

Kremmen und Oberkrämer versprechen sich einiges von der Aufwertung der historischen Route. Schon im November 2918 sagte Oberkrämers Regionalmanagerin Kerstin Rosen, dass das Pilgern auf der historischen Route in den vergangenen Jahren in Mode gekommen sei. Die alte Poststraße ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm Mitte des 17. Jahrhunderts anlegen. Vom Oranienburger Tor in Berlin aus führte sie zum Preußischen Posthaus in Hamburg.

Dabei kreuzte der Weg den heutigen Kreis: Er führt vom Hennigsdorfer Bahnhof über Bötzow, durch das Waldgebiet Krämer bis Flatow und Linum. Die Meilensteine auf der Strecke galten als Orientierung für die Postkutschen.

Die drei Meilensteine in Flatow kosteten zusammen rund 15 000 Euro. Finanziert wurde die Anschaffung – die Markierungen kommen aus den sächsischen Sandsteinwerken in Pirna – durch Spenden. Beteiligt hatten sich die Stadt Kremmen, der Verein Krämer Forst und der Spargelhof Kremmen.⇥

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