Schäden durch geschützte Arten : Mehr Geld für Schutz vor Biber und Wolf

Ein Biber ist am Morgen zwischen den Ästen einer Weide im Wasser in der Oder nahe Lebus unterwegs.
Ein Biber ist am Morgen zwischen den Ästen einer Weide im Wasser in der Oder nahe Lebus unterwegs.

Um die Schäden durch die streng geschützten Tiere zu begrenzen, muss in Schutzmaßnahmen - etwa für Schafsherden - investiert werden

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19. August 2019, 05:00 Uhr

Potsdam Brandenburg lässt sich den Schutz vor Schäden durch Wölfe und Biber einiges kosten. Von 2017 bis Juli dieses Jahres wurden rund 1,63 Millionen Euro Haushaltsmittel für Schutzmaßnahmen ausgezahlt, geht aus der Antwort des Agrarministeriums auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion hervorgeht. Die Haushaltsmittel zum Präventionsschutz stiegen von 650 000 Euro 2017 auf 1,56 Millionen Euro im laufenden Jahr. Für 2020 sind eine halbe Million Euro vorgesehen, die Summe kann bei Bedarf erhöht werden.

Der weitaus größte Teil des Geldes entfiel bisher auf den Schutz von Herden. In den technischen Herdenschutz, vor allem den Kauf von Elektrozäunen, flossen rund 1,43 Millionen Euro. Kauf und Ausbildung von Herdenschutzhunden kostete das Land weitere 56 000 Euro.

Um die Schäden der Schäfer und Landwirte bei Nutztieren zu verringern, hat die Europäische Kommission mit Beginn des Jahres die Förderung von Investitionen in den Schutz vor Wölfen von 80 auf 100 Prozent der Anschaffungskosten angehoben. Die Länder wurden aufgefordert, davon Gebrauch zu machen und die nationalen Förderbestimmungen anzupassen. Brandenburg strebt an, dass auch Unterhaltskosten wie Hundefutter und Ausgaben für Tierarztbesuche, in den Förderkatalog aufgenommen werden. Eine Entscheidung des Bundes stehe noch aus, so das Agrarministerium.

Druck auf die Bundesregierung übt auch ein Bündnis von mehr als zehn Verbänden von Herdenhaltern, Schäfern und Naturschützern aus. In ihren Mitte Juni veröffentlichten Empfehlungen zum Herdenschutz fordern sie einheitliche Bestimmungen für die Tötung von Wölfen, die Tiere angreifen und Schutzmaßnahmen überwinden. Eine Rahmenregelung des Bundes könnte mehr Sicherheit schaffen und zu tragfähiger Koexistenz beitragen, erklärten die Unterzeichner. In einem Anhang empfehlen sie zudem Maßnahmen zum Schutz verschiedener Tierarten vor Wolfsangriffen.

Im Land sind seit 2017 bis Mitte dieses Jahres rund 340 Anträge für vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch Wölfe und Biber gestellt worden. Rund 175 beziehen sich auf den Schutz von Schafen und Ziegen, knapp 100 auf Rinder und 15 auf Gatterwild.

Sieben Anträge kommen von Teich- und Fischwirten, die Schäden durch geschützte Tierarten wie Kormorane, Silber- und Graureiher, Fischotter und Biber vorbeugen wollen. Laut Ministerium wurden bisher 280 Anträge bewilligt, 13 zurückgezogen und sechs abgelehnt.

Nach amtlichen Angaben leben im Land bis zu 3500 Biber und rund 300 Wölfe. Seit 2015 erlaubt die neue Biberverordnung den Abschuss der Nager. Seither wurden von unteren Naturschutzbehörden rund 90 Biberabschüsse gemeldet. Wölfe können seit Anfang 2018 unter bestimmten Bedingungen in Brandenburg geschossen werden. Bisher gab es einen Abschuss. Sechs Tiere, die verletzt oder unheilbar krank waren, wurden eingeschläfert.

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