Wildschweine : Polnische Jagdpläne gegen Schweinepest

Wildschweine können gutschwimmen: Das zeigt dieses Hochwasserbild Foto aus dem Oderbruch.
Wildschweine können gutschwimmen: Das zeigt dieses Hochwasserbild Foto aus dem Oderbruch.

2177 Wildschweine sollen in grenznahen Regionen sterben sterben

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06. Januar 2020, 05:00 Uhr

Am 15. und 31. Januar wird es in den Wäldern und auf den Feldern östlich von Oder und Neiße gehörig knallen. Mit zwei großen Drückjagden an diesen Tagen soll die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in der an Brandenburg grenzenden Wojewodschaft Lebuser Land bekämpft werden. Das kündigte der Wojewode (Beauftragte der Regierung für die Region), Wojciech Perczak, an.

Seit am 14. November erstmals das gefährliche Virus bei einem Wildschwein nachgewiesen wurde, das zwischen den Orten Nowa Sol und Slawa von einem Auto angefahren worden war, häuften sich die Fälle. Bisher wurde die Krankheit, die sich auf Hausschweine (aber nicht auf Menschen) übertragen kann, bei mehr als 60 toten Wildschweinen nachgewiesen. Die Suche nach den verendeten Tieren wird von polnischen Soldaten unterstützt. Für andere Personen ist der Zutritt zu Wäldern im gesamten Süden der Wojewodschaft verboten.

Die Verordnung zu den beiden Drückjagden legt genau fest, wie viele Tiere in den einzelnen Landkreisen erlegt werden sollen. Im Kreis Slubice etwa sind es 213, im Kreis Zary (Sorau), der an die Neiße grenzt, 202.

Für 2177 Wildschweine sollen Jägern Prämien gezahlt werden. 600 Zloty (fast 150 Euro) für ausgewachsene Tiere, 300 Zloty für kleinere. Während Stanislaw Mysliewiec, Chef des regionalen Bauernverbands, meint,  „dass die Jagden schon viel früher hätten stattfinden müssen“, kritisieren Umweltschützer die Aktion, „weil Wildschweine eine wichtige ökologische Funktion für die Wälder haben“.

Brandenburgs Bauernpräsident Henrik Wendorff findet den Plan „ausgesprochen gut“ und würde sich freuen, „wenn auch bei uns die Wildschweinjagd in der derzeitigen Situation noch stärker finanziell unterstützt würde“. Denn seiner Meinung gibt es auch in den hiesigen Wäldern „viel zu viel Schwarzwild“.

Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in Potsdam verweist darauf, dass bei einem deutsch-polnischen Treffen zur Schweinepest Mitte Dezember vereinbart wurde, „dass in einem Streifen 15 Kilometer entlang der Grenze keine Drückjagden stattfinden sollten“. Denn die aufgescheuchten Rotten könnten dadurch erst Flucht in Richtung Brandenburg ergreifen. Um solche „Grenzübertritte“ der Schweine zu verhindern, seien jedoch die Elektrozäune an Oder und Neiße aufgestellt worden.

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