Tierseuche : Schweinepest: Weitere Verdachtsfälle im Land

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Die Landwirte sind in großer Sorge, Bauern und Jäger rufen zu verstärkter Jagd auf

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17. September 2020, 05:00 Uhr

In Brandenburg gibt es weitere Verdachtsfälle auf Afrikanische Schweinepest - noch stehen die Ergebnisse über eine Infektion aber aus. Bei Neuzelle (Oder-Spree) seien am Mittwoch fünf weitere Wildschweinkadaver entdeckt worden, sagte Kreissprecher Mario Behnke. Proben seien ins Landeslabor zur Untersuchung gesandt worden.

Nach dem deutschlandweit ersten Fall der Tierseuche in Schenkendöbern (Spree-Neiße) nahe der polnischen Grenze wurden bereits fünf tote Wildschweine nahe Neuzelle gefunden, bei denen das Landeslabor Berlin-Brandenburg die Schweinepest feststellte. Das nationale Labor, das Friedrich-Loeffler-Institut, prüft diese Fälle.

Dazu kamen nun noch die fünf Verdachtsfälle im gleichen Gebiet. Die Suche nach verendeten Wildschweinen wird verstärkt. Seit Mittwoch sind 45 Mitarbeiter der Forstwirtschaft sowie Jäger um den Fundort des ersten Kadavers auf Fallsuche unterwegs. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, aber die Tiere stecken sich untereinander an und sterben.

Die Landwirte sind in großer Sorge vor wirtschaftlichen Folgen. Die Stimmung in den Betrieben sei angespannt, die wirtschaftlichen Probleme der bedrohten Betriebe seien noch nicht absehbar, sagte der Präsident des Brandenburger Bauernverbandes, Henrik Wendorff. Er forderte von anderen Bundesländern und den EU-Staaten Unterstützung im Kampf gegen die Seuche. „Wir haben hier die Pufferzone. Um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern, brauchen wir die Solidarität der anderen Länder“, so Wendorff. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Hausschweinbestände infiziert werden.„Das ist jetzt die größte Herausforderung.“

Der Deutsche Jagdverband und der Deutsche Bauernverband sprachen sich für eine intensive Bejagung in von Ausbrüchen betroffenen Gebieten aus wie entlang der deutsch-polnischen Grenze. Damit sollten die Wildschwein-Bestände weitestgehend reduziert werden, teilten beide Verbände mit. Landwirte müssten die konsequente Bejagung von Schwarzwild mit Hilfe von Bejagungsschneisen unterstützen. Die Umweltschutzorganisation WWF warnte, Jagd sei kein Allheilmittel. Die Verschleppung durch Gegenstände oder Lebensmittel sei bedeutender.

Die Landesregierung prüft die Öffnung des Gebiets, in dem landwirtschaftliche Nutzung verboten ist. Um den ersten Fundort des toten Wildschweins mit Schweinepest ist ein gefahrenareal mit bis zu 25 Kilometern Radius abgegrenzt, in dem Restriktionen gelten.

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