Strahlungsrest bleibt länger

Die Demontage des früheren Kernkraftwerks Rheinsberg dauert wohl erheblich länger als geplant.
Die Demontage des früheren Kernkraftwerks Rheinsberg dauert wohl erheblich länger als geplant.

Abriss des Kernkraftwerks Rheinsberg zieht sich länger hin als geplant

von
05. Dezember 2019, 05:00 Uhr

Der Plan, dass Reaktorgebäude und Turbinenhaus des früheren Kernkraftwerks Rheinsberg bis 2025 verschwinden, lässt sich nicht einhalten. Das teilte Projektträger Jörg Möller mit, der den Rückbau für das Entsorgungswerk für Nuklearanlagen leitet.

Das Konzept für den Rückbau aus dem Jahr 2016 sah vor, in der finalen Phase das Reaktorgebäude durch Stahlträger zu stützen, wenn es entkernt wird. Eventuell ist aber viel mehr Aufwand nötig. „Das Ganze hat sich als komplexer erwiesen als gedacht", so Möller. Bei einer Revision wird geprüft, welche weiteren Schritte notwendig sind. Laut Möller ist es denkbar, dass das Reaktorgebäude von einer riesigen Halle umschlossen werden muss. Schon früher wurde für den Rückbau eines Betondepots eine kleinere Halle errichtet. Damit wird verhindert, dass beim Abriss belasteter Staub freigesetzt wird. Das Problem beim Rückbau ist, dass stets zu prüfen ist, wie tief Strahlung in die Bausubstanz eindrang. Dann entscheidet sich, wie der Bereich demontiert, der Schutt entsorgt wird. Stark strahlende Komponenten wie der Reaktor wurden längst demontiert und abtransportiert. Sie liegen im Zwischenlager bei Greifswald.

Unklar ist, was mit dem Kontrollraum, der Blockwarte, geschieht. Der Verein Stadtgeschichte Rheinsberg, dem Möller vorsteht, möchte diese an einem anderen Ort wieder aufbauen. Die Idee, in Rheinsberg dafür ein Kernkraftwerks-Museum zu errichten, wurde wegen geschätzter Kosten von sieben Millionen Euro verworfen. Laut Möller gibt es Gespräche mit dem Technikmuseum Berlin. Das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude wird indes stehen bleiben.

Rheinsberg war das erste wirtschaftlich genutzte Kernkraftwerk der DDR. Es ging 1966 in Betrieb, wurde 1990 stillgelegt und wird seit 1995 zurückgebaut.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen