Potsdam : „Telefonjoker“ bietet Übersetzungshilfe

Eine Frau sitzt mit einem Headset an ihrem Arbeitsplatz und hilft bei Übersetzungen.
Eine Frau sitzt mit einem Headset an ihrem Arbeitsplatz und hilft bei Übersetzungen.

Seit einem Jahr läuft in Brandenburg das Projekt einer Hotline für Arabisch und Persisch für Flüchtlinge und ihre Helfer.

nnn.de von
11. Januar 2019, 05:00 Uhr

Die seit einem Jahr in Brandenburg bestehende Telefon-Hotline für Arabisch und Persisch für Flüchtlinge und ihre Helfer wird nach Angaben ihrer Betreiber gut angenommen. Es meldeten sich durchschnittlich drei bis vier Anrufer pro Woche, sagte die Projektkoordinatorin der Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit e.V., Mai Micklisch, auf Anfrage. Dort gibt es bereits langjährige Erfahrungen bei der Betreuung von Migranten bei Terminen mit Ärzten, Jugendämtern oder anderen Behörden.

Pro Schicht steht jeweils ein Ansprechpartner für die beiden Sprachen bereit. Insgesamt gibt es den Angaben zufolge sieben ehemals Geflüchtete oder Deutsche, die die arabische oder persische Sprache beherrschen. Das Projekt läuft noch bis Mai 2020. Es wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit Haushaltsmittel des Bundesinnenministeriums gefördert und vom Brandenburger Sozialministerium kofinanziert. 2019 werden wie im Vorjahr 7500 Euro bereitgestellt.

„Wir sind der ,Joker’, wenn man nicht mehr weiter weiß und helfen bei Übersetzungsfragen“, erklärte Micklisch. Das Spektrum sei breit: Es gehe um die Vereinbarung von Terminen bei Ärzten oder Ämtern, um das Übersetzen von Rezepten oder Gebrauchsanweisungen oder auch Hilfe beim Verständnis behördlicher Schreiben. Daneben drehe sich viel um die Suche nach Arbeit oder eine Wohnung. Die Kommunikation zwischen Geflüchteten und Helfern könne so vereinfacht werden und es sei möglich, Missverständnisse auszuräumen.

Die Anrufe kommen laut Micklisch aus dem gesamten Land. Auf das Angebot werde über Facebook aufmerksam gemacht. Auch in Willkommensinitiativen oder Flüchtlingsprojekten sei das Projekt vorgestellt worden. „Wichtig ist für beide Seiten eine große Vertrauensbasis, auf die man sich auf beiden Seiten verlassen müsse“, betonte die Koordinatorin. Die Übersetzung laufe anonym – erfasst werde nur die Postleitzahl, wo der Anrufer lebe. „Wir machen aber keine Beratung.“ Bei bestimmten Problemen werde informiert, dass dafür das Jobcenter oder der Sozialarbeiter zuständig sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen