Tragik in der Silvesternacht : Zwei Tote durch Böller, acht Verletzte bei Brand

Löscharbeiten an brennenden Containern in Wittenberge.
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Löscharbeiten an brennenden Containern in Wittenberge.

Für zwei Männer kam jede Hilfe zu spät / Hausbewohner in Wittenberge mit Rauchgasvergiftung

nnn.de von
02. Januar 2018, 05:00 Uhr

Bei tragischen Unglücken mit Feuerwerkskörpern sind in Brandenburg zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 35-jähriger Mann starb in Gusow-Platkow (Märkisch-Oderland), als er Knaller in seinem Garten zündete, wie die Polizei gestern mitteilte. In Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) kam ein 19-Jähriger kurz nach Mitternacht durch selbstgebautes Feuerwerk ums Leben. Zahlreiche Menschen wurden durch Böller darüber hinaus verletzt.

Die Feuerwerkskörper, durch die der 35-Jährige in Gusow-Platkow getötet wurde, explodierten aus unbekannter Ursache, wie Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, sagte. Gäste der Party leisteten dem Schwerverletzten Erste Hilfe. Doch trotz Einsatzes eines Notarztes erlag der Mann noch vor Ort seinen Verletzungen.

Der 19-Jährige in Kleinmachnow wollte nach Polizeiangaben bei einer Feier ein selbstgebautes Feuerwerk zünden und wurde am Kopf getroffen. Er starb trotz sofortiger Reanimationsversuche auf der Straße. Nach Polizeiangaben sicherten Kriminaltechniker und Spezialisten des Landeskriminalamtes Spuren.

Ein sogenannter Polenböller verletzte einen Elfjährigen in Flecken-Zechlin (Ostprignitz-Ruppin) vor allem an den Augen. Er war nach Polizeiangaben aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus mit Knallern beworfen worden. Von acht Tatverdächtigen wurden die Personalien aufgenommen. Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und fahrlässige Körperverletzung wurden aufgenommen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Zweimal musste in der Silvesternacht die Wittenberger Feuerwehr ausrücken. Gegen 22.40 Uhr gerieten aus noch ungeklärter Ursache in der Perleberger Straße zwei Hausmülltonnen im Flur eines Mehrfamilienhauses in Brand. Das Feuer griff auf eine Holztreppe über. Die Hausbewohner unternahmen erste Löschversuche und schafften die Mülltonnen ins Freie, wie Feuerwehrsprecher Norman Rauth mitteilte. Durch die erhebliche Rauchentwicklung erlitten acht Bewohner eine Rauchgasintoxikation. Vier Personen, darunter eine Mutter mit zwei Kindern (9 und 11 Jahre) wurden ins Krankenhaus gebracht. Die anderen Personen konnten nach ambulanter Behandlung vor Ort entlassen werden. Das Haus ist weiter bewohnbar. Eine Schadenshöhe ist noch nicht bekannt. Kriminaltechniker haben den Tatort untersucht. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

In der Silvesternacht gegen 2 Uhr wurden am Marktplatz/Friedrich-Ebert-Straße zwei Papiercontainer in Brand gesetzt, weil Unbekannte eine abgebrannte Feuerwerksbatterie zu früh in den Behältnissen entsorgten. Die Feuerwehr löschte den Brand. Der Schaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt.

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