Nach Gottesdiensten in Vorpommern : 350 Personen sind nach Kontakt zu corona-infiziertem Priester in häuslicher Isolation

Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin.

Blick auf die Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit der Pfarrei St. Bernhard Stralsund-Rügen-Demmin.

Der Besuch von Gottesdiensten über Pfingsten hat für rund 350 Katholiken in Vorpommern langwierige Folgen.

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06. Juni 2020, 15:58 Uhr

Nach den bis Samstag acht bekannten Corona-Neuinfektionen im Umfeld der katholischen Kirche in Vorpommern hat der Landkreis Vorpommern-Rügen rund 350 Personen in häusliche Isolation geschickt. Sie hätten am Pfingstsonntag oder -montag an Gottesdiensten in Stralsund oder Grimmen teilgenommen, begründete Landrat Stefan Kerth (SPD) am Samstag die sogenannte Allgemeinverfügung. Unter Beobachtung der Behörden ist dabei auch ein Fest-Gottesdienst zur Verabschiedung eines anderen Priesters am Pfingstmontag in Stralsund mit möglicherweise etwa 250 Teilnehmern.

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Bislang ist bekannt, dass unter den Infizierten ein Priester aus dem Kreis Mecklenburgische Seenplatte und ein ehrenamtlich tätiger Stralsunder sind.

Behörden prüfen Kontakte aller Gottesdienst-Besucher

Wie der Landrat ausdrücklich betonte, seien unter den positiv Getesteten auch Personen, die keinen unmittelbaren Kontakt zu dem Priester gehabt hätten. Keiner der Infizierten müsse derzeit in einem Krankenhaus behandelt werden, hieß es am Samstag. Bislang wurden 120 Abstriche im Zusammenhang mit den Gottesdiensten untersucht. Derzeit seien mehr als 40 Mitarbeiter der Verwaltung dabei, die Kontakte aller Gottesdienst-Besucher nachzuvollziehen.

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Die unter Quarantäne stehenden Personen dürfen in den kommenden 14 Tagen ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes ihre Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen. Zu den Maßnahmen zähle auch die tägliche Messung der Körpertemperatur. Sollten Symptome auftauchen, die auf die Krankheit Covid-19 hindeuten, müsse medizinisches Fachpersonal benachrichtigt werden.

In ganz Vorpommern wurden alle Gottesdienste mit sofortiger Wirkung abgesagt, wie das Erzbistum Berlin am Samstag mitteilte. Insgesamt sechs Geistliche hätten sich freiwillig in Quarantäne begeben.

Insgesamt wurden bis Samstagnachmittag in Mecklenburg-Vorpommern sieben neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit stieg die Zahl auf insgesamt 773.

Neue Corona-Ausbrüche waren zu erwarten

Infektions-Ereignisse wie das in Vorpommern gehören nach Ansicht des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger zu den erwartbaren kleineren Ausbrüchen der Krankheit. Dabei handelt es sich um bestimmte Risikogruppen in Altenheimen, Kliniken, Arztpraxen, Restaurants oder eben auch Kirchengemeinden, wie Reisinger am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Überall dort, wo Menschen eng zusammen sind, könnten solche Infektionsgeschehen ablaufen.

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Wie Reisinger weiter sagte, seien kleinere Ausbrüche auch in den kommenden Wochen möglich. Es sei weiter denkbar, dass unter den 120 bisher getesteten Personen in Vorpommern der ein oder andere weitere positive Fall auftrete. Es bleibe wichtig, die Kontakte aller Beteiligten nachzuvollziehen, sonst bestehe die Gefahr eines Schneeball-Effekts.

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