Laut Tropenmediziner Reisinger : Corona-Infektionen in Vorpommerns Kirchen gehören zu erwartbaren Ausbrüchen

Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock

Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock

Für den Rostocker Mediziner Reisinger sei der Ausbruch der Krankheit im Umfeld von Gottesdiensten erwartbar gewesen.

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06. Juni 2020, 13:08 Uhr

Die bislang bekannten insgesamt acht neuen Corona-Infektionen im Umfeld der katholischen Kirche in Vorpommern gehören nach Ansicht des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger zu den erwartbaren kleineren Ausbrüchen der Krankheit.

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Dabei handelt es sich um bestimmte Risikogruppen in Altenheimen, Kliniken, Arztpraxen, Restaurants oder eben auch Kirchengemeinden, wie Reisinger am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Überall dort, wo Menschen eng zusammen sind, können solche Infektionsgeschehen ablaufen.

Momentan werden Kontakte nachvollzogen

Nach verschiedenen Gottesdiensten in Vorpommern über Pfingsten waren am Freitag acht Personen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, darunter ein Priester und ein ehrenamtlich tätiger Mann. Ein Sprecher des Erzbistums Berlin hatte betont, dass die Abstandsregeln eingehalten worden seien. Es handelte sich um drei Gottesdienste in Stralsund, Grimmen und Demmin am Pfingstsonntag mit 120 Gläubigen.

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Unter Beobachtung der Behörden sei auch ein Fest-Gottesdienst zur Verabschiedung eines anderen Priesters am Montag in Stralsund mit möglicherweise 250 Personen, sagte der Sprecher der Landkreis Vorpommern-Rügen, Olaf Manzke, am Samstag. Derzeit seien mehr als 40 Mitarbeiter der Verwaltung dabei, die Kontakte aller Gottesdienst-Besucher nachzuvollziehen.

Weitere kleinere Ausbrüche möglich

Wie Reisinger weiter sagte, seien kleinere Ausbrüche auch in den kommenden Wochen möglich. Es sei weiter denkbar, dass unter den 120 bisher getesteten Personen in Vorpommern der ein oder andere weitere positive Fall auftrete. Es bleibe wichtig, die Kontakte aller Beteiligten nachzuvollziehen, sonst bestehe die Gefahr eines Schneeball-Effekts.

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