Ohne Abo lesbar : Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Mecklenburg-Vorpommern

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Das Coronavirus breitet sich auch in MV weiter aus. Hier gibt es die wichtigsten Infos stets aktualisiert im Überblick.

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16. April 2021, 17:00 Uhraktualisiert vor 4 Minuten

Am Sonntag hat das Landesgesundheitsamt 190 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz für ganz Mecklenburg-Vorpommern liegt nun bei 150,2.

>> Neuinfektionen, Inzidenzwert, Todesfälle: Die wichtgsten Corona-Zahlen für Ihren Landkreis und ganz Mecklenburg-Vorpommern im Überblick

Die Corona-Maßnahmen im Gesamtüberblick

Kontaktbeschränkungen

  • Ein Haushalt darf sich nur mit einem weiteren Menschen eines anderen Haushalts treffen. Kinder bis 14 Jahre sowie Betreuungspersonen werden nicht mitgezählt. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, die nicht gemeinsam in einem Hausstand leben, gelten als ein Hausstand.
  • MV führt landesweit die Luca-App für die digitale Kontaktnachverfolgung ein.
  • Um Kontakte im Berusfleben so gering wie möglich zu halten müssen Arbeitgeber laut Bund-Länder-Beschluss das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern ihr Tätigkeitsbereich dies zulässt.

Ausgangsbeschränkungen

  • In weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Dies gilt etwa für die Landeshauptstadt Schwerin sowie die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald. An der Mecklenburgischen Seenplatte sind mit Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren die größten Städte und viele Ämter im Osten sowie um Malchow betroffen. Im Landkreis Rostock wurde die Maßnahme für elf Ämter, darunter Teterow und die Mecklenburgische Schweiz, Bad Doberan, Kröpelin und Laage verhängt.

Einzelhandel

  • Sämtliche Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, also etwa Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, die Post, Sanitätshäuser, Optiker oder Banken.
  • Zudem bleiben beispielsweise Blumenläden, Buchhandlungen, Garten- und Baumärkte landesweit geöffnet.

Körpernahe Dienstleistungen

  • Friseure dürfen öffnen, dies ist jedoch mit einer Corona-Testpflicht verbunden. Kunden müssen laut Gesundheitsministerium maximal 24 Stunden vor dem Termin einen Corona-Test gemacht haben - entweder in der Apotheke, in einem Schnelltestzentrum oder mit einem gekauften Selbsttest vor Ort. Entscheidend sei dann, dass der Selbsttest vor den Augen desjenigen erfolge, der die Dienstleistung ausführe. Kinder, die jünger als sechs Jahre sind, brauchen keinen Test.
  • Alle anderen körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik- und Tattoostudios bleiben geschlossen.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen

  • Viele Freizeitbereiche wie etwa Kinos bleiben geschlossen, dies gilt auch für Museen und Ausstellungen.
  • Außenbereiche von Zoos und Tierparks dürfen Gäste empfangen.
  • Bibliotheken bleiben für den Leihbetrieb geöffnet.

Sonstige Dienstleistungen

  • Fahrschulen haben verschärfte Auflagen. Sie dürfen nur noch Fahrschüler unterrichten, die die Fahrerlaubnis für die Ausübung ihres Berufs benötigen. Wer noch maximal vier Fahrstunden benötigt, kann seinen Führerschein beenden.

Sport

  • Freizeit- und Breitensport ist nur noch alleine, zu zweit oder mit den Menschen des eigenen Haushalts möglich. Der Trainingsbetrieb für Kinder und Jugendliche ist nicht mehr möglich.
  • Fitnessstudios bleiben geschlossen.

Hotels und Gastronomie

  • Restaurants und Cafés bleiben geschlossen. Sie dürfen ihre Ware nur außer Haus verkaufen und ausliefern. Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen sind ebenfalls geschlossen.
  • Hotels, Gasthöfe, Pensionen und andere touristische Betriebe dürfen keine Urlaubsgäste aufnehmen.

Reisen nach und in Mecklenburg-Vorpommern/Tourismus

  • Sämtlicher Tourismus, auch Tagestourismus, ist nicht erlaubt.
  • Besuche der Kernfamilie, also etwa von Eltern und Kindern, sind weiterhin möglich.
  • Wer aus einem anderen Bundesland kommt und einen Zweitwohnsitz im Nordosten hat, darf diesen nicht aufsuchen. Dies gilt laut Landesregierung auch für Dauercamper, Kleingartenpächter sowie Bootseigentümer aus anderen Bundesländern.
  • Einheimische dürfen innerhalb des Landes Ausflüge unternehmen.

Schulen

  • Für den Schulunterricht in der jeweils folgenden Woche ist der Sieben-Tage-Inzidenzwert von Mittwoch entscheidend.
  • Bei Inzidenzwerten von unter 150, ist Präsenzunterricht für die Jahrgangsstufen eins bis sechs sowie der Abschlussjahrgänge vorgesehen. Zudem kann täglicher Präsenzunterricht für die elften Klassen an Allgemeinbildenden Schulen sowie Jahrgangsstufe zwölf an Abend- und Fachgymnasien möglich sein, dies liegt laut Bildungsministerium jedoch im Ermessen der jeweiligen Schule. Die anderen Jahrgänge bekommen Wechselunterricht. Wo Unterricht vor Ort möglich ist, gilt Präsenzpflicht.
  • Bei Inzidenzwerten von mehr als 150 ist der Schulbesuch grundsätzlich untersagt. Für Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse wird eine Notfallbetreuung in den Schulen sichergestellt. Alle weiteren Jahrgänge, bis auf die Abschlussklassen, bekommen Aufgaben fürs Distanzlernen. Jedoch kann täglicher Präsenzunterricht für die elften Klassen an Allgemeinbildenden Schulen sowie der Jahrgangsstufe zwölf an Abend- und Fachgymnasien möglich sein - dies liegt jedoch auch hier im Ermessen der jeweiligen Schule. Wer zur Schule geht, soll sich zweimal die Woche auf das Coronavirus testen, dies ist aber nicht verpflichtend.

Kitas

  • Landesweit gilt eine Notbetreuung. Anspruch auf die Notfallbetreuung können etwa Alleinerziehende oder Eltern haben, bei denen mindestens einer im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeitet. Dazu zählt beispielsweise der Gesundheits- und Pflegebereich, Polizei und Feuerwehr oder Schulen. Eltern müssen den Angaben zufolge erklären, dass eine private Kinderbetreuung nicht anders gewährleistet werden kann sowie eine Erklärung des Arbeitgebers vorlegen, dass sie in der kritischen Infrastruktur tätig sind. Die erforderlichen Formulare würden vom jeweiligen Jugendamt zur Verfügung gestellt. Die Notfallbetreung tritt bei einem Inzidenzwert oberhalb 150 in Kraft.
  • In Regionen mit einem Inzidenzwert von 100 bis 150 gilt eine Art Schutzphase: Dann wird an Eltern appelliert, ihre Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.
  • Bei einem Inzidenzwert von unter 100 ist laut Sozialministerium ein Regelbetrieb in KItas vorgesehen. Einschränkungen bei der Betreuungszeit gibt es nicht.

Maskenpflicht

  • Bei engeren und längeren Kontakten zu anderen Personen, insbesondere in geschlossenen Räumen, beim Einkaufen, in Bussen und Bahnen sowie auf festgelegten öffentlichen Plätzen gilt die Pflicht, OP-Masken oder FFP2-Masken zu tragen.
  • Das Tragen medizinischer Masken wird auch im Auto Pflicht, wenn die Mitfahrer aus einem anderen Haushalt kommen als der Fahrer. Der Fahrer selbst muss keine Maske tragen.

Corona-Schutzimpfung

  • Über die Impfzentren im Land als auch über die Hausärzte sind Impfungen möglich. Allen Bürgern soll bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot unterbreitet werden, verspricht der Bund. Dies sei nach den aktuell von den Herstellern zugesagten Zulassungsdaten und Liefervolumen erreichbar.
  • Ab 8. April wird in MV ein Online-Portal für Impftermine eingerichtet.

Bußgelder

  • Bei Verstößen gegen die Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt in Mecklenburg-Vorpommern ein Bußgeldkatalog. Die Höhe der Bußgelder reicht bis zu 2000 Euro.

>> Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

Was Sie über die Krankheit wissen müssen:

Was sind die Symptome?

Das Coronavirus kommt bei den Symptomen einer Erkältung nahe. Teilweise haben Infizierte auch keine Symptome bemerkt. Außerdem sind Fieber, Husten und Atemprobleme möglich, die auch bei einer echten Grippe auftreten können. Bei schwereren Verläufen kann das Coronavirus zu einer Lungenentzündung führen. Gefährlich ist das Virus vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Vorerkrankungen und alte Menschen.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Mit der Coronavirus-Imfpung ist in Dezember 2020 begonnen worden. Es wird noch mehrere Monate dauern, bis ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist. Um die Ausbreitung der Krankheit auszubremsen, raten Experten zu den gewöhnlichen Hygienemaßnahmen, die Menschen in Zeiten der Grippewelle ohnehin beachten sollten. Dazu zählen unter anderem:

  • regelmäßiges, häufiges und sorgfältiges Händewaschen – mindestens 20 Sekunden mit Seife bis zum Handgelenk
  • Desinfektionsmittel verwenden
  • nur mit gewaschenen Händen ins Gesicht fassen.

Personen über 60 Jahre und Personen mit chronischen Grunderkrankungen sollten den Impfschutz auf Pneumokokken überprüfen und gegebenenfalls diese von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Standardimpfung nachholen. Ein Impfschutz gegen Pneumokokken wirkt zwar nicht gegen das Coronavirus, aber er kann potenziell schweren Krankheitsverläufen durch Doppelinfektionen vorbeugen. Denn eine bereits befallene Lunge kann zusätzlich noch von anderen Erregern angegriffen werden. Von Pneumokokken ist bekannt, dass sie sich bevorzugt auf virale Infektionen „aufsetzen“ können.

Auch für Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit gelten, wie bei älteren Menschen, zusätzliche Impfempfehlungen (Indikationsimpfungen). Für sie wird ebenfalls von der STIKO u.a. eine Pneumokokken-Impfungen empfohlen. Die Pneumokokken-Impfung ist außerdem für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Metallrauch (z.B. Schweißer) empfohlen.

Wer ist vom Coronavirus besonders gefährdet?

Das Coronavirus ist besonders gefährlich für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • alte Menschen
  • Männer

Wie bei der Grippe sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährdet, vor allem alte und kranke Menschen. Das legt eine Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden nahe. Bei den Todesfällen durch Covid-19 berichteten Ärzte, dass die Verstorbenen unter Vorerkrankungen gelitten hatten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Die Gefahr steigt vor allem mit dem Alter und für Menschen ab 50 Jahre. In der Altersgruppe der Menschen ab 80 Jahren liegt die Sterblichkeit bei 14,8. Das überrascht nicht, denn ältere Menschen bringen oft Vorerkrankungen mit. Außerdem sind Männer mit einer Sterblichkeit von 2,8 Prozent eher gefährdet als Frauen (1,7 Prozent) – eine genaue Erklärung dafür gibt es noch nicht.

Was mache ich, wenn ich befürchte, mich infiziert zu haben?

Wichtig: Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und Symptome aufweist, sollte nicht zum Arzt gehen. Dort besteht die Gefahr, das Virus an andere zu übertragen.

Das Kieler Gesundheitsministerium rät, zunächst seinen Hausarzt oder seine Hausärztin anzurufen und telefonisch das weitere Vorgehen zu besprechen.

Darüber hinaus können Patientinnen und Patienten sich an das ab dem 1. Januar deutlich ausgebaute Angebot unter der Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinung wenden. Diese ist auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar und leistet Hilfestellung bei der Entscheidung über weitere Schritte. Damit sollen Patientinnen und Patienten dahin weitervermittelt werden, wo sie am besten aufgehoben sind.

Wo bekomme ich telefonisch noch weitere Hilfe?

Neben der Notrufnummer 116 117, über die der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um die Uhr ärztliche Hilfe vermittelt, gibt es noch weitere Hotlines.

Allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministerium
+49 30-346 465 100

Bürgertelefon des Landesgesundheitsministeriums:
431-7970001 (werktäglich von 8-18 Uhr)

Bürgertelefon:
0385-588 5888

Informationstelefon für Unternehmer in MV:
0385-588 5588

Was sind Risikogebiete?

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete), exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Welche Orte aktuell als Risikogebiete gelten, finden Sie hier.

Wo bekomme ich weitere Informationen?

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