Ohne Abo lesbar : Was Sie über das Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern wissen müssen

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum

Das Coronavirus breitet sich auch in MV weiter aus. Hier gibt es die wichtigsten Infos stets aktualisiert im Überblick.

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23. Oktober 2020, 15:30 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Wochenende weiter um 111 gestiegen. Am Montag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales 39 neue Fälle.

Insgesamt wurden bislang 2211 Menschen in MV positiv auf das Virus getestet. 221 Personen mussten/müssen im Krankenhaus behandelt werden, 26 davon auf einer Intensivstation.

Bislang gab es 22 Sterbefälle in Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Schema des Robert Koch-Instituts soll Schätzungen zur Zahl der genesenen Personen ermöglichen. Danach sind etwa 1481 der positiv getesteten Menschen (ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer) in MV von einer COVID-19-Erkrankung genesen.

Der Sieben-Tag-Wert je 100 000 Einwohner liegt bei 29,5.

Eine aktuelle Karte finden Sie hier.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Seit dem 27. April ist das Tragen eines Mundschutzes beim Einkaufen in Geschäften und im ÖPNV Pflicht.
  • Seit dem 1. September dürfen Tagesgäste wieder nach MV reisen. Tagestouristen aus Risikogebieten dürfen vorerst aber nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.
  • Das Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten anderer Bundesländer wurde vom Oberlandesgericht Greifswald im Oktober gekippt.
  • Bei Verstößen gegen die Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt in Mecklenburg-Vorpommern ein Bußgeldkatalog.
  • Auf einem MV-Corona-Gipfel wurden Maßnahmen erarbeitet, die beim Überschreiten bestimmter Grenzwerte greifen. Sie wurden in einer sogenannten Corona-Ampel zusammengefasst:
 

svz.de stellt Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Informationen über die Krankheit, die Verbreitung und die Konsequenzen in Mecklenburg-Vorpommern kostenlos zur Verfügung. Teilen Sie diesen Artikel auch gerne mit Freunden, Ihrer Familie und Kollegen in sozialen Netzwerken.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie im Liveticker.

Maßnahmenpaket der Landesregierung im Überblick

  • Bei Verstößen gegen die Verbote zur Eindämmung des grassierenden Coronavirus gilt in Mecklenburg-Vorpommern künftig ein Bußgeldkatalog. Die Höhe der Bußgelder reiche bis zu 5000 Euro.
  • Um den Unternehmen in MV durch die Corona-Krise zu helfen, legt die Landesregierung einen Schutzfonds im Umfang von 1,1 Milliarden Euro auf.

Antragsformular Soforthilfen als PDF runterladbar

Unterstützung für Unternehmen

Kurzarbeitergeld soll die kurzfristigen Ausfälle in der Wirtschaft überbrücken. Die Voraussetzungen wurden erleichtert. Bisher mussten mindestens 30 Prozent der Arbeitnehmer von einem Lohnausfall von jeweils mehr als zehn Prozent ihres monatlichen Bruttolohns betroffen sein. Ab 1. März reichen nun 10 Prozent der Beschäftigten. Die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitszeiten übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Die mögliche Bezugsdauer liegt bei 12 Monaten, kann aber unter Umständen auf 24 Monate ausgedehnt werden.

Weil den ersten Unternehmen das Geld auszugehen droht, mehren sich bei Banken, Sparkassen und Bürgschaftsbank  die Anfragen besorgter Firmenchefs. Die Banken setzten alles daran, den Bedarf zu decken – mit Zwischenfinanzierungen, Überbrückungskrediten oder verlängerten Rückzahlungsfristen. Dabei sollen den Firmen keine zusätzlichen Kosten entstehen, sicherte Rüdiger Grahn zu, Firmenkundenchef der HypoVereinsbank in Rostock.

Was Sie über die Krankheit wissen müssen:

Was sind die Symptome?

Das Coronavirus kommt bei den Symptomen einer Erkältung nahe. Teilweise haben Infizierte auch keine Symptome bemerkt. Außerdem sind Fieber, Husten und Atemprobleme möglich, die auch bei einer echten Grippe auftreten können. Bei schwereren Verläufen kann das Coronavirus zu einer Lungenentzündung führen. Gefährlich ist das Virus vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Vorerkrankungen und alte Menschen.

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Eine Coronavirus-Imfpung gibt es derzeit nicht und wird noch viele Monate auf sich warten lassen. Um die Ausbreitung der Krankheit auszubremsen, raten Experten zu den gewöhnlichen Hygienemaßnahmen, die Menschen in Zeiten der Grippewelle ohnehin beachten sollten. Dazu zählen unter anderem:

  • regelmäßiges, häufiges und sorgfältiges Händewaschen – mindestens 20 Sekunden mit Seife bis zum Handgelenk
  • Desinfektionsmittel verwenden
  • nur mit gewaschenen Händen ins Gesicht fassen.

Personen über 60 Jahre und Personen mit chronischen Grunderkrankungen sollten den Impfschutz auf Pneumokokken überprüfen und gegebenenfalls diese von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Standardimpfung nachholen. Ein Impfschutz gegen Pneumokokken wirkt zwar nicht gegen das Coronavirus, aber er kann potenziell schweren Krankheitsverläufen durch Doppelinfektionen vorbeugen. Denn eine bereits befallene Lunge kann zusätzlich noch von anderen Erregern angegriffen werden. Von Pneumokokken ist bekannt, dass sie sich bevorzugt auf virale Infektionen „aufsetzen“ können.

Auch für Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grundkrankheit gelten, wie bei älteren Menschen, zusätzliche Impfempfehlungen (Indikationsimpfungen). Für sie wird ebenfalls von der STIKO u.a. eine Pneumokokken-Impfungen empfohlen. Die Pneumokokken-Impfung ist außerdem für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber Metallrauch (z.B. Schweißer) empfohlen.

Wer ist vom Coronavirus besonders gefährdet?

Das Coronavirus ist besonders gefährlich für:

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Menschen mit Vorerkrankungen
  • alte Menschen
  • Männer

Wie bei der Grippe sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährdet, vor allem alte und kranke Menschen. Das legt eine Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden nahe. Bei den Todesfällen durch Covid-19 berichteten Ärzte, dass die Verstorbenen unter Vorerkrankungen gelitten hatten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronische Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Die Gefahr steigt vor allem mit dem Alter und für Menschen ab 50 Jahre. In der Altersgruppe der Menschen ab 80 Jahren liegt die Sterblichkeit bei 14,8. Das überrascht nicht, denn ältere Menschen bringen oft Vorerkrankungen mit. Außerdem sind Männer mit einer Sterblichkeit von 2,8 Prozent eher gefährdet als Frauen (1,7 Prozent) – eine genaue Erklärung dafür gibt es noch nicht.

Was mache ich, wenn ich befürchte, mich infiziert zu haben?

Wichtig: Wer Sorge hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und Symptome aufweist, sollte nicht zum Arzt gehen. Dort besteht die Gefahr, das Virus an andere zu übertragen.

Das Kieler Gesundheitsministerium rät, zunächst seinen Hausarzt oder seine Hausärztin anzurufen und telefonisch das weitere Vorgehen zu besprechen.

Darüber hinaus können Patientinnen und Patienten sich an das ab dem 1. Januar deutlich ausgebaute Angebot unter der Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinung wenden. Diese ist auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar und leistet Hilfestellung bei der Entscheidung über weitere Schritte. Damit sollen Patientinnen und Patienten dahin weitervermittelt werden, wo sie am besten aufgehoben sind.

Wo bekomme ich telefonisch noch weitere Hilfe?

Neben der Notrufnummer 116 117, über die der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen rund um die Uhr ärztliche Hilfe vermittelt, gibt es noch weitere Hotlines.

Allgemeines Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministerium
+49 30-346 465 100

Bürgertelefon des Landesgesundheitsministeriums:
431-7970001 (werktäglich von 8-18 Uhr)

Bürgertelefon:
0385-588 5888

Informationstelefon für Unternehmer in MV:
0385-588 5588

Was sind Risikogebiete?

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch ("ongoing community transmission") vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen (z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete), exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Welche Orte aktuell als Risikogebiete gelten, finden Sie hier.

Wieviel bestätige Corona-Fälle gibt es deutschlandweit?

 

Wo bekomme ich weitere Informationen?

Das Robert-Koch-Institut stellt aktuelle Informationen, Krisenpläne und Fallzahl-Meldungen hier zur Verfügung.

Das Gesundheitsministerium informiert auf seiner Homepage regelmäßig über neue Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern. Hier geht es zu der Seite.

Über die Entwicklungen vor Ort berichten auch die einzelnen Kreise auf ihren Webseiten.

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