Video: Dankesfeier für Helden : Waldbrand von Lübtheen: Der Zusammenhalt bleibt

Prägender als alle Ehrungen und Würdigungen waren jedoch die Gespräche vor Ort. Ob Soldaten, Polizisten oder Feuerwehrleute, alle kannten sich irgendwie aus dem gemeinsamen Einsatz. Und das schweißte mehr zusammen als jede vergebene Medaille.
Fotos: Volker Bohlmann

Mehr als 1500 Gäste kamen in Lübtheen zur großen Party für die Helden des Brandeinsatzes.

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07. September 2019, 15:41 Uhr

Diese Feier am Sonnabend auf dem staubigen Festplatz der Lindenstadt wird im Gedächtnis der Region, aber auch des Landes bleiben.  Weil sie einmalig war und auch bei der Bevölkerung gut ankam. Es wurde eine Mischung aus Volksfest, Treffen der vielen Retter und Einsatzkräfte, Politshow, aber auch der ehrlichen Worte. Und es war eine würdige, feierliche und am Ende dennoch entspannte Erinnerung an die turbulenten acht Tage während des Großbrandes. So ein Brandereignis soll es auf diesem alten Truppenübungsplatz  nie wieder geben, war dann auch einer der Botschaften des Nachmittages, untermauert mit einigen bemerkenswerten Geschenken.

 

Insgesamt 500 Medaillen vergeben

Zunächst war Marcus Kratkai, der für dieses Fest verantwortliche Mann beim Landkreis, mit seinen Leuten doch nervös. Bis zum Schluss gab es Änderungen, das Wetter spielte nicht so mit und es blieb die Frage: Kommen denn überhaupt Leute? Sie kamen, und das auch noch pünktlich. Kurz nach 14 Uhr waren die Plätze unter dem riesigen Schirmzelt, das sonst für Goa-Partys genutzt wird, gut gefüllt. Wenig später übernahm dann Ministerpräsidentin Manuel Schwesig sicht- und hörbar das Kommando.

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Weiterlesen: Unsere große Chronik des Waldbrands von Lübtheen: Es brennt!

Dann wurde es persönlich und auch rührend, als sie von ihren Erlebnissen vor Ort berichtete. Es wurden die Minuten des Stefan Geier aus Kummer. Er hatte die Landeschefin während des Brandes an die Brennpunkte gefahren, er hatte als Mitglied der Einsatzleitung seine Tischlerfirma sein lassen, und er wurde auf der Bühne am Sonnabend zum Beispiel  für den selbstlosen Einsatz der vielen Helfer. Sein Einsatz habe sie wahnsinnig beeindruckt, bekannte Schwesig auf der Bühne.

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Tief berührt war sie aber auch von der Reaktion der evakuierten Menschen. Die hätten schon  Grund zur Unzufriedenheit und zum Meckern gehabt. Doch nichts davon sei laut geworden. Viel mehr hätten alle  in einer wirklich bewundernswerten Art und Weise zusammengestanden. „Wir können gerne regelmäßig Dankesfeste feiern, wir wollen aber auch, dass sich so etwas wie hier nicht wiederholt“, erklärte die Ministerpräsidentin unter großem Beifall.

Nicht nur Manuela Schwesig, auch Innenminister Lorenz Caffier und der in der Region verwurzelte Umweltminister Till Backhaus waren am Sonnabend über Stunden nicht nur auf der Bühne präsent, sondern mischten sich immer wieder unters Publikum. Landrat Stefan Sternberg war sowieso an jedem Stand und jeder Sitzbank zu finden. Einen wichtigen Platz nahm an diesem Tag die symbolische Ehrung der  Einsatzkräfte ein. In zwei Schüben wurden neben den Feuerwehrleuten auch Soldaten, Polizisten, Flieger, Frauen und Männer vom THW und vom DRK auf die Bühne gerufen. Für sie gab es eine Medaille vom Land und die Erinnerungsmünze vom Kreis. 

Geld für eine Neustrukturierung

Das Ganze wurde nicht übertrieben in die Länge gezogen. Für die beachtliche Masse an Helden des Brandeinsatzes waren Stände aufgebaut, um sich die Erinnerungen abholen zu können. Keine offizielle Ehrung, dennoch aber gut nachgefragt waren die Heldenbändchen, die die Schweriner Volkszeitung für diesen Tag entwerfen ließ. Auch medial war dieses Fest einzigartig: Dass zwei Privatsender und der NDR sich auf einem Fest die Bühne teilen, das hatte es auch noch nie gegeben.

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Innenminister Caffier hatte zu späterer Stunde noch das größte Geschenk im Gepäck. Er übergab symbolisch  einen Scheck über 310 000 Euro an den Landkreis, für die Neustrukturierung der Feuerwehrtechnischen Zentrale. Konkret sollen mit dieser Zuweisung weitere Tauschräume für die Wehren im flächenmäßig zweitgrößten deutschen Landkreis geschaffen werden.

Das wird laut Landrat mehr als 800 000 Euro kosten und den Wehren nach Einsätzen lange Wege ersparen, wenn Schläuche oder Sauerstoff-Flaschen  getauscht werden müssen.

Prägender als alle Ehrungen und Würdigungen waren jedoch die Gespräche vor Ort. Ob Soldaten, Polizisten oder Feuerwehrleute, alle kannten sich irgendwie aus dem gemeinsamen Einsatz. Und das schweißte mehr zusammen als jede vergebene Medaille.

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Hintergrund: Die Feuerwehrtechnische Zentrale

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist zuständig für den Betrieb einer Feuerwehrtechnischen Zentrale. Dort werden feuerwehrtechnische Geräte der gemeindlichen Feuerwehren geprüft, gewartet und instandgehalten. Darüber hinaus dienen die derzeit zwei Standorte der FTZ im Landkreis als "Material- und Tauschlager" für Einsatzgerätschaften und Einsatzmittel. IM-POL
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