Erkrankung von Manuela Schwesig : Mit offenem Visier: Politiker und ihr Umgang mit Krebs

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Vorgänger Erwin Sellering sitzen auf einer Besuchertribüne beim Volleyball-Finalspiel des SSC Palmberg Schwerin gegen MTV Stuttgart.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Vorgänger Erwin Sellering sitzen auf einer Besuchertribüne beim Volleyball-Finalspiel des SSC Palmberg Schwerin gegen MTV Stuttgart.

Wurden Krankheiten in der Politik früher oft verheimlicht, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Betroffene mit der Diagnose Krebs an die Öffentlichkeit gegangen. Hier eine Auswahl.

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10. September 2019, 20:00 Uhr

Manuela Schwesig ist leider kein Einzelfall, ihr offener Umgang mit ihrer Krebserkrankung auch nicht. Wurden Krankheiten in der Politik früher oft verheimlicht, sind in den vergangenen Jahren immer mehr Politiker mit der Diagnose Krebs an die Öffentlichkeit gegangen.Einige Beispiele:

Wolfgang Bosbach, der frühere Innenexperte der Unionsfraktion, spricht schon seit Jahren offen über seinen Prostatakrebs. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering, Schwesigs Vorgänger und Mentor, sagte im Frühjahr 2017 klar, warum er zurücktrat. Bei ihm war Lymphdrüsenkrebs festgestellt worden. Inzwischen sitzt er wieder als SPD-Abgeordneter im Landtag.

Weiterlesen: "So etwas ist immer ein riesiger Schock": Ministerpräsidentin Schwesig hat Brustkrebs

Westerwelle schrieb ein Buch

Der ehemalige Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle zog sich nach seiner Leukämiediagnose zunächst zurück, um sich behandeln zu lassen, redete später aber offen über Diagnose und Krankheit und schrieb sogar ein Buch über diese Zeit. Westerwelle starb im März 2016 im Alter von 54 Jahren.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und der thüringische CDU-Landeschef Mike Mohring machten ihre Erkrankung Anfang dieses Jahres publik. Bei Bouffier war Hautkrebs festgestellt worden. Mohring hielt sich über die Art seiner Erkrankung bedeckt. Der 47-Jährige trug viele Wochen lang eine Mütze, sprach zuerst in einem Video, später auch in Interviews über den Krebs.

Brustkrebs bei Frauen

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jedes Jahr bekommen rund 70 000 Patientinnen nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums diese Erstdiagnose. Im Jahr 2016 starben 18 570 Frauen an der Krankheit.

Etwa jede achte Frau erkrankt während ihres Lebens an Brustkrebs. Am größten ist das Risiko im Alter zwischen 65 und 75. Trotzdem tritt das Mammakarzinom in jüngerem Alter auf als die meisten anderen Krebsarten, erklärt das Zentrum für Krebsregisterdaten. Fast 30 Prozent der betroffenen Frauen sind bei der Diagnose jünger als 55 Jahre.

Heute sterben weniger Frauen an Brustkrebs als früher. Ein Früherkennungsprogramm bietet ab 30 Jahren die Möglichkeit einer jährlichen Tastuntersuchung. Im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen.

Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2, die vererbt werden können, steigern das Risiko. Sie spielen bei etwa fünf bis maximal zehn von hundert Patientinnen eine Rolle.

David Schwarz/dpa

 

Mohring macht Schwesig Mut

Mohring, der seine Behandlung im Juni erfolgreich abgeschlossen hat, war denn auch einer der ersten, der Schwesig am Dienstag öffentlich Mut zusprach: „Von Herzen wünsche ich Ihnen Genesung und auf dem anstrengenden Weg dahin, Kraft und Zuversicht, ein Licht an dunklen Tagen und, wenn ich das darf, Gottes reichen Segen“, twitterte er. Bei der Thüringer Landtagswahl Ende Oktober tritt Mohring als CDU-Spitzenkandidat an.

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