Fachkongress „Rostock Wind“ : 2019 ist Entscheidungsjahr für die Energiewende

Windkraftanlagen in einem Windpark bei Altentreptow an der Autobahn A20.

Windkraftanlagen in einem Windpark bei Altentreptow an der Autobahn A20.

Trotz der zunehmenden Klimaproblematik kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zügig genug voran. Das soll sich ändern. Auf einem Fachkongress in Rostock wurden Forderungen in Richtung Bundesregierung laut.

nnn.de von
09. August 2019, 14:51 Uhr

Der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, hat 2019 als das Entscheidungsjahr für die Energiewende bezeichnet. Zwar habe sich seit dem Jahr 2000 die Stromerzeugung aus Windenergie versechsfacht, der Zubau und hohe Effizienzsprünge seien dafür die Voraussetzung gewesen. Doch nun sei seit 2018 beim Zubau ein jäher Abbruch festzustellen, sagte Albers am Freitag beim achten Fachkongress „Rostock Wind“. „Wir setzen auf einen Klimaherbst der Entscheidungen. Das Klimakabinett am 20. September muss Ergebnisse bringen.“

Schlüssiger Weg werde dringend gebraucht

Hintergrund der massiven Probleme sei die Einführung des Ausschreibungsverfahrens mit einer gleichzeitigen Mengensteuerung gewesen. So habe der Zubau zwischen 2014 und 2017 bei durchschnittlich 4600 Megawatt pro Jahr gelegen, nun würden jährlich nur noch 2800 Megawatt ausgeschrieben. Das Signal an Behörden und Bevölkerung sei negativ gewesen. Genehmigungsverfahren kommen seither aus dem Tritt, wie Albers sagte.

Es werde dringend ein schlüssiger Weg gebraucht, wie bis 2030 ein Anteil der Erneuerbaren Energien von 65 Prozent erzielt werden könne, sagte Albers. Dazu müssten in jedem Bundesland zwei Prozent der Fläche verlässlich für die Windenergie bereitstehen. Kein Bundesland dürfe sich aus der Verantwortung nehmen, betonte er. Auf zwei Prozent der Fläche könnten bis 2050 mit ungefähr der gleichen Anlagenzahl wie heute gut 200 Gigawatt Leistung bereitgestellt werden, um die Energiewende zum Erfolg zu bringen.

Die Windenergie-Branche setze dabei auf den von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigten Windenergiegipfel. Dieser ist nach Angaben des Rostocker CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Stein für Anfang September geplant.

Verständnis für Bevölkerung

Allerdings müsse beim Ausbau der Windenergie auch klar sein, dass die zur Verfügung stehenden geeigneten Flächen endlich seien. Das gelte auch für das Größenwachstum der Windanlagen, sagte Stein. Der Ausbau von Windenergie müsse in einem vernünftigen Maß im Einklang mit dem Naturschutz passieren. „Gleiches gilt noch viel mehr für die Akzeptanz in der Bevölkerung. Und da gibt es regional größere Unterschiede.“ Er habe Verständnis dafür, wenn Menschen kein Windrad direkt vor der Haustüre haben wollten oder die Tourismusbranche angesichts „verspargelter“ Landschaften um Urlauber bange.

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