Erlebnisdorf in Rövershagen : Karls eröffnet bundesweit ersten Bauernmarkt-Drive-In

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Der Drive-In-Bauernmarkt bei Karls in Rövershangen ist hergerichtet. Der Testlauf mit den Marktmitarbeitern  Jan de Vries (v.l), Gabi Moritz und Manuela Boede (im SchalteR) hat offensichtlich funktioniert. Ab Freitag können Kunden hier am Drive-In-Schalter ihre Produkte abholen.
Der Drive-In-Bauernmarkt bei Karls in Rövershangen ist hergerichtet. Der Testlauf mit den Marktmitarbeitern Jan de Vries (v.l), Gabi Moritz und Manuela Boede (im SchalteR) hat offensichtlich funktioniert. Ab Freitag können Kunden hier am Drive-In-Schalter ihre Produkte abholen.

Not macht erfinderisch: Weil Karls Erlebnisdorf wegen Corona zu ist, entwickelt der Firmenchef flugs ein neues Konzept.

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26. März 2020, 16:47 Uhr

Die Karls Erlebnishöfe, von denen es bundesweit bislang sieben gibt, gelten für sich schon als besonders ausgefallen Geschäftsidee: Eine Mischung aus Landwirtschaft (Erdbeeranbau), Bauernmarkt, Manufaktur, Gastronomie und Freizeitpark. Die Symbiose der Geschäftsfelder war jetzt allerdings der Grund, warum Karls nach den verhängten Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Bekämpfung alle seine Märkte schließen musste.

Die Suche nach einem Überbrückungskonzept dauerte nicht lange: Am Freitag dieser Woche eröffnet im Hauptsitz der Unternehmensgruppe, in Rövershagen am östlichen Stadtrand von Rostock, der bundesweit erste Drive-In-Bauernmarkt, kündigte Firmenchef Robert Dahl im Gespräch mit den NNN an.

Bestellung per Telefon

"Der Kunde fährt durch eine von zwei Bestellspuren. Dort hält er an, ruft die angezeigte Telefonnummer an und bestellt seine Ware aus den Top 100 von Karls", schildert Dahl das Prinzip. "Die Artikel sieht er auf großen Schildern. Dann fährt er vor, um ein paar Minuten zu warten. Sobald alles gepackt ist,bekommt er einen Anruf. Nun fährt er zum Ausgabefenster am Erbeerkörbchen. Hier bezahlt er auf Wunsch kontaktlos und bekommt seine Ware ins Autofenster gereicht. Er bleibt dabei die ganze Zeit im Auto sitzen."
 

So hält Dahl die infektionshygienisch verlangte Distanz zwischen seinen Mitarbeitern und den Kunden. Und andererseits könnte er so zumindest einen Teil seiner Belegschaft in Beschäftigung halten - sofern die Kunden das Angebot annehmen.

Die Corona-Krise löst aber zugleich einen Schub in der Digitalisierung des Geschäfts aus: Zeitgleich wird am Freitag auf www.karls-Shop.de eine click&collect Funktion freigeschaltet. "Jedermann kann dann bequem von zu Hause aus etwa 400 Karls-Artikeln shoppen." Auch diese Ware steht dann am Erdbeerkörbchen fertig gepackt zur Abholung bereit.

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Jens Büttner


Die Einreisesperre für Erntehelfer aus Rumänien und anderen Ländern stellt die Spargelbauern in Mecklenburg-Vorpommern vor teils erhebliche Probleme. Bäuerin Yvonne von Laer, die das Edelgemüse in Tieplitz bei Güstrow (Landkreis Rostock) großflächig anbaut, setzt nun auf Hilfskräfte aus der Region.    

Erste Angebote von Einheimischen gingen auch bereits ein, sagte sie am Donnerstag. Zudem habe sich ein Jobvermittler bei ihr gemeldet. Offen sei jedoch, ob ungeübte Helfer den körperlichen Anforderungen des Spargelstechens über längere Zeit gewachsen seien.

Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD).
Jens Büttner
Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD).


In 10 bis 14 Tagen - je nach Wetterlage - benötigt von Laer zunächst 15 Personen zum Stechen und 5 bis 6 zum Sortieren der Stangen in der Halle, wie sie sagte. Wenn die Spargelernte ihren Höhepunkt erreicht, werde der Bedarf auf rund 40 Personen steigen. Über die Arbeitsagentur suche sie wie jedes Jahr zudem Fahrer und Verkäuferinnen für die Spargelstände.

Michaela Denissen, hier ein Archivbild, sorgt sich wegen möglicherweise ausbleibender Ernthelfer um die spätere Erntesaison beim Spargel.
Katharina Hennes
Michaela Denissen, hier ein Archivbild, sorgt sich wegen möglicherweise ausbleibender Ernthelfer um die spätere Erntesaison beim Spargel.


In Mecklenburg-Vorpommern wird auf insgesamt rund 200 Hektar Spargel angebaut. Davon entfallen allein 65 Hektar auf den Hof Denissen in Wöbbelin (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Chefin Michaela Denissen hat Glück: Rund 30 Saisonarbeiter aus Rumänien und Polen sind schon vor der vom Bundesinnenministerium am Mittwoch verkündeten Sperre angereist. Polen dürfen zwar kommen, müssen aber bei der Heimreise aktuell zwei Wochen Quarantäne in Kauf nehmen.

Nächste Woche werde in Wöbbelin die Spargelernte starten, sagte Denissen, doch schon seit einiger Zeit werde gearbeitet: "Erdbeeren pflanzen, Folien legen". Weitere 26 Arbeitskräfte wechselten aus anderen Bereichen des Unternehmens, wie Restaurant und Café, die schließen mussten, auf die Felder. Im April komme sie damit hin und dann müsse man weitersehen.

Robert Dahl, Chef von Karls Erdbeerhof, zeigt ein Schild mit der Aufschrift 'Noch 35 Tage bis zur Erdbeerernte', das täglich aktualisiert wird und auf den bevorstehenden Erntebeginn Ende April hinweist. Auf den Feldern ringsum blühen die ersten Erdbeeren. Ab Ende April werden dann rund 100 Erntehelfer gebraucht, bis zu 800 sollen es werden. Karls Erdbeerhof hofft, das die Corona-Pandemie den Einsatz der Helfer nicht behindert.
Bernd Wüstneck
Robert Dahl, Chef von Karls Erdbeerhof, zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Noch 35 Tage bis zur Erdbeerernte", das täglich aktualisiert wird und auf den bevorstehenden Erntebeginn Ende April hinweist. Auf den Feldern ringsum blühen die ersten Erdbeeren. Ab Ende April werden dann rund 100 Erntehelfer gebraucht, bis zu 800 sollen es werden. Karls Erdbeerhof hofft, das die Corona-Pandemie den Einsatz der Helfer nicht behindert.


Dahl, sagte, es könnten bei ihm in Rövershagen Ende April Probleme auftreten, wenn die ersten Erdbeeren erntereif seien. Dann würden die ersten rund 100 Erntehelfer benötigt. Deren Zahl steigere sich im Laufe der Saison auf bis zu 800. "Es ist gerade extrem schwer, Pläne zu schmieden", sagte Dahl. Bis zur Hauptzeit der Erdbeerernte seien es noch zwei Monate. "Wir sind zuversichtlich, dass die Situation dann eine andere ist." Parallel liefen Überlegungen, mit Studenten oder Menschen, die wegen der Corona-Krise aktuell keine Arbeit haben, die Ernte zu bewältigen. "Möglicherweise kommt es zu einer Mischung der Modelle. Wir sind beweglich ohne Ende", sagte Dahl.

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