Mecklenburg-Vorpommern : Caffier rechnet mit noch knapp 10.000 heimlichen Besuchern im Land

MVs Innenminister Lorenz Caffier
Lorenz Caffier, Innenminister MV kritisiert das Vorgehen der Staatsanwaltschaft.

Innenminister Caffier sieht angesichts der Infektionsgefahren keinen Grund, die Restriktionen zu lockern.

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26. März 2020, 11:51 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) geht davon aus, dass sich eine Woche nach Beginn der massiven Reisebeschränkungen noch immer knapp 10.000 Menschen aus anderen Bundesländern im Nordosten aufhalten. Eine Lockerung des Nutzungsverbots für Zweitwohnungen, wie sie Schleswig-Holstein zum Teil für Hamburger gewährt, lehnt der Minister bislang ab. „Wir kriegen das sonst nicht kontrolliert, wer hier sein darf und wer nicht. Gerade zu Ostern könnte es wieder eine starke Anreise geben, was wir nicht wollen“, sagte Caffier der „Ostsee-Zeitung“. Bis zum 19. April werde das Einreiseverbot für Touristen Bestand haben.

Verbreitung des Coronavirus sollte eingedämmt werden

Im Verbund der Nordländer hatte Mecklenburg-Vorpommern in der Vorwoche zunächst Urlauber auf den Ostsee-Inseln aufgefordert, ihre Quartiere zu räumen und nach Hause zurückzukehren. Wenig später wurde über das gesamte Bundesland eine Tourismussperre verhängt. Zum einen sollte damit die Verbreitung des neuartigen Coronavirus eingedämmt, zum anderen einer möglichen Überlastung der Krankenhäuser durch gehäufte Krankheitsfälle vorgebeugt werden.

Der Regelung zufolge dürfen Hotels, Pensionen, Campingplätze und Privatvermieter bis nach Ostern keine Gäste aufnehmen. Zweitwohnungen, wie etwa Ferienhäuser, dürfen von Besitzern aus anderen Bundesländern nur noch dann genutzt werden, wenn diese Personen in Mecklenburg-Vorpommern beruflich zu tun haben. Caffier betonte, dass sich Einheimische weiterhin frei bewegen und auch in ihren Zweitwohnungen übernachten dürfen.

Strenge Kontrolle an Zufahrtsstraßen

Seit dem Wochenende kontrolliert die Polizei an wichtigen Zufahrtsstraßen Autos mit auswärtigen Kennzeichen. In mehr als 1000 Fällen wurden die Reisenden zurückgeschickt. Anders als Nordrhein-Westfalen hat Mecklenburg-Vorpommern bislang keinen gesonderten Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Reisebeschränkungen erlassen.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.

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