Mecklenburg-Vorpommern : Wirtschaftsministerium muss Akten zu Werftenpleite in Stralsund und Wolgast offenlegen

Eine Schiffsbauhalle der insolventen P+S-Werft Volkswerft in Stralsund
Eine Schiffsbauhalle der insolventen P+S-Werft Volkswerft in Stralsund

Das teilte das Verwaltungsgericht mit.

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11. Dezember 2019, 14:52 Uhr

Das Schweriner Wirtschaftsministerium muss nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes unter Verschluss gehaltene Akten zur Pleite der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast offenlegen.

Weiterlesen: Schwarzarbeiter auf der Werft

Das Ministerium unterlag vor Gericht einem ehemaligen Werftenbesitzer, der Einblick in verschiedene Unterlagen verlangt hatte. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht rechtskräftig, wie das Verwaltungsgericht Schwerin am Mittwoch mitteilte. Es ließ die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern zu (Az. 1 A 711/1 SN) zu. Hintergrund der Klage sind mögliche Schadenersatzforderungen, die sich aus der gescheiterten Werften-Rettung ergeben könnten.

Land und Bund gewährten Kredit-Bürgschaft

Die zur Bremer Hegemann-Gruppe gehörenden Werften waren 2009 in Schieflage geraten. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte ihnen aber Sanierungsfähigkeit bescheinigt. Daraufhin gewährten Land und Bund von 2010 an Kredit-Bürgschaften in dreistelliger Millionenhöhe.

Dennoch musste 2012 Insolvenz angemeldet werden, unter anderem weil der Bau von Ostsee-Fähren extrem verlustreich war. Das Land allein hatte rund 270 Millionen Euro an Bürgschaften für Schiffbauprojekte gegeben, die mit der Pleite fällig geworden sind.

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