Neubrandenburg : Lebenslange Haft im Mord-Fall Leonie: Stiefvater will gegen Urteil vorgehen

Der gewaltsame Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow (Vorpommern-Greifswald) könnte den Bundesgerichtshof beschäftigen.

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13. Januar 2020, 13:46 Uhr

Der gewaltsame Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow könnte den Bundesgerichtshof beschäftigen. Die Verteidiger des wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilten Stiefvaters werden vorsorglich Revision gegen das Urteil einlegen, wie Anwalt Jörg Fenger am Montag in Neubrandenburg sagte.

Lebenslange Freiheitstrafe

Das habe man nach eingehender Beratung entschieden. „Unsere Rechtsauffassung deckt sich nicht mit der des Landgerichtes“, sagte Fenger. Die Revision muss bis zum Abend des 16. Januar erfolgen.

„Danach warten wir die schriftliche Urteilsbegründung ab und entscheiden dann, ob die Revision aufrechterhalten wird“, meinte Fenger. Sollte der Fall vor den Bundesgerichtshof kommen, würde dieser das Urteil des Landgerichts überprüfen.

Das Landgericht Neubrandenburg hatte den 28-jährigen Stiefvater am Donnerstag wegen Mordes durch Unterlassen, Körperverletzung mit Todesfolge und schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

„Opfer einer Bestrafungsaktion“

Leonie und ihr zweijähriger Bruder - beides Stiefkinder des Mannes - seien seit Mitte November 2018 einem Martyrium ausgesetzt gewesen, hatte der Richter erklärt. Das Mädchen sei schließlich am 12. Januar 2019 „Opfer einer Bestrafungsaktion“ geworden.

Der Verurteilte hatte eine schriftliche Erklärung im Prozess verlesen lassen. Darin hatte er einen Treppensturz des Mädchens als Ursache für die tödlichen Verletzungen angegeben. Er habe die Kinder „nie geschlagen“. Dem folgte das Gericht nicht. Die Kammer stützte ihr Urteil vor allem auf Angaben der Mutter.

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