Wahlen in MV : Jamel-Rock-Mitinitiatorin Lohmeyer bei Kommunalwahlen gescheitert

121001860.jpg

Auch die Kandidatur als SPD-Bewerberin für den Kreistag Nordwestmecklenburgs blieb erfolglos.

von
03. Juni 2019, 16:22 Uhr

Die Krimi-Autorin und Aktivistin gegen Rechtsextremismus, Birgit Lohmeyer, hat bei den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern nur wenig Unterstützung gefunden. Mit nur 37 Stimmen verfehlte die 60-Jährige, die mit ihrem Mann Horst das linksalternative Rockfestival „Jamel rockt den Förster“ organisiert, den Einzug in die Gemeindevertretung von Gägelow klar.

Auch die Kandidatur als SPD-Bewerberin für den Kreistag Nordwestmecklenburgs blieb erfolglos. Das geht aus den nun detailliert vorliegenden Ergebnissen der Wahlen vom 26. Mai hervor, über die die in Berlin erscheinende Zeitung „taz“ berichtet hatte.

Weiterlesen: Jamel: Streit-Wiese bleibt verpachtet

Vorbestrafter Rechtsextremist in die Gemeindevertretung gewählt

Birgit Lohmeyer war 2004 gemeinsam mit ihrem Mann Horst von Hamburg in das kleine Dorf Jamel gezogen, das zur Gemeinde Gägelow gehört und das als Hochburg der rechtsextremen Szene im Land gilt. Wiederholten Anfeindungen widersetzte sich das Paar und gründete als Reaktion das Festival „Jamel rockt den Förster“. Das Musikfest im August fand auch wegen der Teilnahme populärer Künstler wie Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen oder die Ärzte überregionale Beachtung. Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und für Demokratie wurde das Ehepaar Lohmeyer mehrfach geehrt.

Anders als Lohmeyer schaffte der vorbestrafte Rechtsextremist Sven Krüger, auf dessen Initiative hin sich zahlreiche seiner Gesinnungsgenossen mit ihren Familien in Jamel ansiedelten, den Sprung in die Gemeindevertretung. Er erhielt 281 Stimmen, die von ihm gegründete Wählergemeinschaft Heimat insgesamt 401.

Weiterlesen: „Jamel rockt den Förster“: Neonazis kriegen was auf die Ohren

Politische Bildung wichtig

Lohmeyer sprach von einem bedenklichen und beklemmenden Ergebnis. „Dass die Durchsetzung mit rechtsextremistischem Gedankengut in der Region so hoch ist, das war mir nicht bewusst, zeigt aber, wie wichtig es ist, an dem Thema dranzubleiben“, betonte sie. Vor allem junge Menschen müssten durch politische Bildung davor geschützt werden, „auf die Parolen der Rechtsextremisten reinzufallen“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen