Landesamtes für Gesundheit und Soziales : Als Schwerbehinderter schneller zum Ausweis

<p>Wer einen Schwerbehindertenausweis hat, bekommt Nachteilsausgleiche. Beantragen können ihn auch chronisch kranke Menschen.</p>

Wer einen Schwerbehindertenausweis hat, bekommt Nachteilsausgleiche. Beantragen können ihn auch chronisch kranke Menschen.

Bearbeitungszeit in MV ist zweitbeste im Bundesvergleich. Bescheide sollen verständlicher werden

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11. Juli 2018, 05:00 Uhr

Nur in einem Bundesland geht es noch schneller: Wer in Mecklenburg-Vorpommern einen Schwerbehindertenausweis beantragt hat, musste im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,34 Monate auf den entsprechenden Bescheid warten. Ein Jahr zuvor waren es noch 2,38 Monate, mittlerweile sind es sogar nur noch 2,30, so der Erste Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), Heiko Will, gestern in Schwerin bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2017 seiner Behörde. Demnach wurden im Vorjahr 47 000 Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht entschieden.

Zur Jahreswende lebten in MV etwa 355 000 Menschen mit einer Behinderung, 7000 mehr als ein Jahr zuvor. 218 500 dieser Kinder, Frauen und Männer sind schwerbehindert, das entspricht 13,6 Prozent der Bevölkerung des Landes – im Bundesdurchschnitt sind es weniger als zehn Prozent.

Lediglich in Bayern sei die Bearbeitungszeit bei Schwerbehindertenangelegenheiten noch minimal kürzer als in MV, so Will. In Berlin dagegen warten Menschen mit Behinderung mehr als ein halbes Jahr auf einen Bescheid. Der Lagus-Direktor betonte aber auch, dass hierzulande jetzt Reserven weitgehend ausgeschöpft seien. Selbst die Digitalisierung, die auch seine Behörde in einem Modellprojekt der Landesregierung vorantreibt, werde kaum noch zu einem weiteren Zeitgewinn führen. Denn es seien überwiegend ältere Menschen, die entsprechende Anträge stellten – und sie seien häufig doch nicht so vertraut mit moderner Computertechnik wie jüngere.

Die Behörde lege ihr Augenmerk künftig verstärkt auf die Verständlichkeit von Bescheiden – „gerichtssicher, aber trotzdem freundliche und verständlich“ sollen die schreiben sein. Um das zu erreichen, kooperiert das Lagus mit dem Bürgerbeauftragten des Landes, aber auch mit der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) würdigte das Lagus als „unverzichtbaren Baustein für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger“. Jeder hätte im Laufe des Lebens irgendwann Kontakt zu der Behörde: So wurden 2017 unter anderem 15 566 Anträge auf Elterngeld bewilligt. Im Bereich Arbeitsschutz gab es Kontrollen in 5257 Betrieben sowie auf 1713 Baustellen. 20 000 Trink- und Badewasserproben wurden untersucht, 14 200 Fälle von Infektionskrankheiten registriert. An der Kinderschutzhotline, die beim Lagus angesiedelt ist, gingen 255 Meldungen ein.

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