Modernisierung : Bauoffensive für die Mieter

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Zweite Sanierungswelle in Wohnungswirtschaft in MV. Mieten sollen moderat bleiben

nnn.de von
03. Januar 2018, 05:00 Uhr

Bessere Wärmedämmung, neue Fahrstühle, effizientere Heizungen, breitere Türen: Fast 30 Jahre nach den ersten Sanierungsarbeiten kommt auf die Mieter der Wohnungsgenossenschaften und kommunalen Gesellschaften in MV eine zweite Modernisierungswelle zu. 2018 würden die Investitionen für den Neubau und Modernisierungsarbeiten erneut steigen, kündigte Andreas Breitner, Chef des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), an – auf voraussichtlich eine halbe Milliarde Euro. Die Vermieter stellten sich damit auf die wachsende Zahl älterer Mieter ein. Dazu solle der altersgerechte Umbau der Wohnungen forciert werden. Bereits in diesem Jahr waren von den landesweit 150 Verbandsfirmen in ihre 276 000 Wohnungen 454 Millionen Euro gesteckt worden. Mit Hilfe des Landes – für die Nachrüstung von 61 Aufzügen, so das Bauministerium. Im Dezember hatte MV für 2018 Hilfen von 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt, um Wohnungen barrierefrei gestalten zu können. Zudem soll ein Fahrstuhlprogramm ausgebaut werden.

Trotz der anstehenden Millioneninvestitionen könnten die Mieter weiter mit moderaten Mieten rechnen, sagte Breitner. Statt der zugelassenen bis zu elfprozentigen Mietsteigerung würden die Genossenschaften und kommunalen Unternehmen im Schnitt nur sechs Prozent mehr verlangen. Angesichts der Förderung „kommen wir mit einer niedrigeren Rendite aus“, meinte Breitner. Bezahlbarer Wohnraum sei die „Kernkompetenz der Mitgliedsfirmen“: „Das soll auch so bleiben.“ Derzeit würden die VNW-Mitgliedsfirmen in MV im Schnitt 5,07 Euro je Quadratmeter verlangen. Das durchschnittliche Mietniveau in MV lag dem Statistischen Amt zufolge 2014 bei 6,23 Euro. Die höchsten Durchschnittsmieten wurden mit 7,03 Euro je Quadratmeter in Rostock verlangt, die niedrigsten mit 5,63 im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Niedrige Mieten für bezahlbaren Wohnraum verlangten aber eine weitere Förderung des Landes, forderte Breitner.

 

Trotz einem Leerstand von 5,8 Prozent in MV müsse das Land ab 2019 Geld für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen. Das Falsche abreißen, das Richtige bauen: Es gebe Wohnhäuser, die für Mieter nicht mehr attraktiv, nicht mehr nutzbar seien und abgerissen werden müssten, während an anderer Stelle neue Wohnungen gebraucht würden. Das Land zahlt: Für 2019 seien Finanzhilfen von 35 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen, teilte das Bauministerium mit.

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