Landesparteitag in Güstrow : Grüne mit weiblicher Doppelspitze

<p>Ulrike Berger und Claudia Schulz freue sich auf dem Landesparteitag der Grünen  über ihre Wahl zur ersten weiblichen Doppelspitze der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern. </p>

Ulrike Berger und Claudia Schulz freue sich auf dem Landesparteitag der Grünen  über ihre Wahl zur ersten weiblichen Doppelspitze der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit zwei Frauen an der Spitze werden die Grünen Mecklenburg-Vorpommerns in den Kommunal- und Europawahlkampf 2019 ziehen. Der einzige Mann unter den vier Bewerbern für die Doppelspitze unterlag denkbar knapp.

nnn.de von
20. Oktober 2018, 14:31 Uhr

Frauenpower treibt die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern an: Die Partei wird erstmals von einer weiblichen Doppelspitze geführt. Claudia Schulz aus Rostock und Ulrike Berger aus Greifswald sind am Samstag auf dem Landesparteitag in Güstrow zum neuen Führungsduo gewählt worden. Die bisherige Amtsinhaberin Claudia Schulz erhielt 50 der 94 gültigen Stimmen (54,9 Prozent). Auf ihre Herausforderin, die 24-jährige Reitlehrerin Jana Klinkenberg, entfielen 41 Stimmen. Drei Delegierte enthielten sich.

Um den zweiten Platz an der Spitze bewarben sich die Erziehungswissenschaftlerin und frühere Landtagsabgeordnete Ulrike Berger sowie der Softwareentwickler Mathias Engling. Er unterlag knapp mit 47 Stimmen, Berger kam auf 48 Stimmen (50,5 Prozent). Gemäß der Satzung muss der Vorstand aus zwei gleichberechtigten Personen, darunter eine Frau, bestehen.

Die Agrarökologin Schulz, die erst seit Februar an der Spitze der Partei steht, bezeichnete sich als „Frau der leisen Töne, aber verlässlich und voller Energie“. Sie sehe es als wichtige Aufgabe, den Landesvorstand als Team weiter zu stärken und zusammenzuhalten.

Berger nannte die nachhaltige Landwirtschaft und Umweltpolitik sowie Bildung und Kultur als die entscheidenden Themen der Grünen und vieler Menschen im Land. Die Kommunalwahl sei ein wichtiger Meilenstein für die Grünen, die 2021 wieder in den Landtag in Schwerin einziehen wollen. 2016 scheiterten sie bei der Landtagswahl mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Partei in Mecklenburg-Vorpommern will vom derzeitigen Aufwind der Grünen profitieren. Der Landesvorstand verwies auf einen deutlichen Zuwachs auf jetzt 711 Mitglieder. Die Stralsunder Grünen-Bundestagsabgeordnete Claudia Müller sagte: „Wir scheinen momentan alles richtig zu machen.“ Die Bundestagsfraktion setze ganz auf die grünen Kernthemen - und das mit Erfolg.

Der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer sagte in einer Videobotschaft an die Delegierten, er sei sicher, dass die Partei 2021 in den Landtag zurückkehren werde. Im Moment gebe es eine kleine grüne Welle - nicht nur in Bayern, auch in Belgien und Luxemburg hätten die Grünen bei Wahlen sehr gut abgeschnitten. Zudem bewege sich die gesellschaftliche Mitte auf die Grünen zu, denn immer mehr Menschen würden realisieren, dass sie sich um die Zukunftsfragen des Landes kümmern - wie Klimapolitik, Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

Der Parteitag beschäftigte sich zudem mit mehreren Anträgen. Unter anderem beschlossen die Delegierten einstimmig, den Landtag aufzufordern, Klimaschutz und Energiewende als Ziele in die Landesverfassung aufzunehmen. Beim Radwegenetz sollen die Zuständigkeiten für Neubau und Instandhaltung ähnlich wie beim Straßennetz geregelt werden. Die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Horst bei Boizenburg sollte nach Ansicht der Grünen geschlossen werden. Eine solche Stelle gehöre in den städtischen Raum, um den Migranten Zugang zu Bildung, Ärzten und Beratung zu gewährleisten.

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