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Verkehr : Keine Notbrücke an abgesackter A20 bei Tribsees

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Baugrund ist nicht tragfähig. Ausweichstraße östlich von Langendorf soll reaktiviert werden.

nnn.de von
erstellt am 05.Dez.2017 | 18:16 Uhr

Chaos auf der Pannenautobahn 20: Die geplante Behelfsbrücke des im Moor versunkenen Autobahn-Teilstück nahe Tribsees wird doch nicht gebaut. Nach ersten Erkenntnissen einer Baugrunduntersuchung sei der ebenfalls auf einer Moorlinse liegende Standort „nicht ausreichend tragfähig, um während der mehrjährigen Bauzeit den mit einer Behelfsbrücke verbundenen Verkehr tragen zu können“, teilte das Verkehrsministerium am Dienstag mit. Damit müssen  Autofahrer deutlich länger mit Staus  rechnen als bisher erwartet. Ursprünglich sollte mit dem Bau der Notbrücke im Januar kommenden Jahres begonnen  und  noch der Urlaubssaison 2018 der Verkehr rollen. Aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse sei jetzt aber klar, dass weitere Setzungen des Damms  „nicht mehr mit der ausreichenden Sicherheit ausgeschlossen werden können“, erklärte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) am Dienstag.

Die Ostseeautobahn 20 war im September  nahe der Trebeltal-Brücke abgesackt und im moorigen Untergrund verschwunden – inzwischen auf insgesamt 60 Metern. Seitdem wird der Verkehr über anliegende Orte umgeleitet. Das hatte in den vergangenen Wochen zu erheblichen Verkehrsbelastungen in den betroffenen Orten geführt. Fahrzeuge in Fahrtrichtung Rostock müssen an der Anschlussstelle Tribsees die Autobahn verlassen und im Einbahnsystem  zur Anschlussstelle Bad Sülze fahren.  In die Gegenrichtung war vor wenigen Tagen eine Behelfsabfahrt eingerichtet worden.

Statt einer Behelfsbrücke wollen die Straßenbauer nun eine ehemalige Baustraße nahe der Autobahn  östlich von Langsdorf wieder herrichten. „Mit Inbetriebnahme der ehemaligen Behelfsstraße kann auch eine Umfahrung von Langsdorf erreicht werden, so dass die aktuellen Umweltbelastungen durch den Autobahnverkehr in den Ortslagen entfallen“, sagte Pegel.  Erste Vorbereitungen seien bereits getroffen, erklärte der Chef des Landesstraßenbauamtes, Manfred Rathert.  Der Bau der Behelfsstraße sei aber mit einem hohen Aufwand und einigen Unwägbarkeiten verbunden, da die  Stützen, die die Straße im moorigen Untergrund während des Autobahnbahn-Baus trugen,  nach Fertigstellung der A20  abgebrochen worden seien. Es müsse daher zunächst eine neue Gründung gebaut werden, kündigte Rathert  an. Die etwa ein Kilometer lange Umfahrung könnte frühestens im Sommer 2018 in Betrieb genommen.

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