Glückwünsche aus MV : Kiel Segelrevier bei Hamburgs Olympia-Bewerbung

Kommen die Olympischen Spiele nach Hamburg, wird vor Kiel geseglt. Dies entschied nach dreitägiger Besichtigungstour durch vier Kandidatenstädte eine Kommission unter Leitung des DOSB. Nun können sich die Hamburger ganz der Vorbereitung des Referendums widmen.

nnn.de von
13. April 2015, 15:38 Uhr

Kiel hat den norddeutschen Vierkampf um olympische Segelwettbewerbe für sich entschieden. Die Wettbewerbe auf dem Wasser sind im Rahmen der Hamburger Bewerbung um Sommerspiele 2024 in der Kieler Förde eingeplant. „Die Kommission hat sich für die Stadt mit Weltruf für den Segelsport entschieden“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, am Montag in Hamburg. Der Zuschlag für Kiel sei einmütig gefallen. „Die internationale Durchsetzungsfähigkeit muss oberstes Gebot sein“, begründete Hörmann die Wahl.

Der Deutsche Segler-Verband (DSV), der mit Vertretern der Hansestadt und des DOSB die Auswahlkommission für den Standort gebildet hatte, zeigte sich erfreut über die rasche Entscheidung. Nun müssten alle Kräfte gebündelt werden, sagte DSV-Präsident Andreas Lochbrunner.„Unser Ziel heißt Olympische Spiele 2024 in Hamburg und in Kiel.“ Zuvor will er weitere Segelveranstaltungen nach Deutschland holen.

Kiel hatte im Bewerbungsrennen auch mit der traditionsreichen Kieler Woche gepunktet. „Kiel braucht man im Segelsport und darüber hinaus nicht mehr erklären“, sagte Lochbrunner.

Neben Kiel hatten sich auch Lübeck-Travemünde, Rostock-Warnemünde und Cuxhaven Chancen ausgerechnet. „Alle vier Städte haben untermauert, dass Deutschland echtes Segel-Land ist“, sagte DOSB-Vorstandsmitglied Bernhard Schwank. Warum die unterlegenen Segel-Kandidaten nicht das Rennen gemacht hatten, wollte er nicht erläutern. Vielmehr zählte er die Vorteile Kiels auf: ein anspruchsvolles Segelrevier, die Nähe zu den Zuschauern, weitere Flächen für das olympische Segeldorf sowie die schnelle Anbindung an die Bewerberstadt Hamburg.

Kiel hatte schon im Vorfeld als leichter Favorit gegolten. Die Stadt hatte bereits 1936 und 1972 die olympischen Regatten veranstaltet und ist in Deutschland einziger Segel-Olympiastützpunkt. „Mit dem Erbe von 1936 und 1972 werden wir uns bei der deutschen Olympia-Bewerbung beschäftigen müssen“, ergänzte Schwank. Die 1936er-Spiele in Berlin hatten die Nationalsozialisten für ihre Propaganda missbraucht, die 1972er-Spiele in München waren von einem palästinensischen Terrorakt gegen israelische Sportler überschattet worden.

Nach dem Zuschlag des DOSB sollen die Hamburger im Herbst in einem Referendum entscheiden, ob sie das Großereignis in ihre Stadt holen wollen. Auch die Kieler sollen nach Angaben des Hamburgers Sportsenators Michael Neumann (SPD) abstimmen, voraussichtlich dann am selben Tag wie Hamburg. Das Internationale Olympische Komitee legt 2017 den Austragungsort der Sommerspiele 2024 fest.

Eine Segel-Auswahlkommission unter Leitung von DOSB-Vorstand Bernhard Schwank hatte sich in der vergangenen Woche in den Küstenstädten ein Bild von allen vier Segelrevieren gemacht. Dabei hatten sich Bürgermeister und Ministerpräsidenten noch einmal ins Zeug gelegt, um für ihre Standorte zu werben.

Mecklenburg-Vorpommern Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zeigten sich als faire Verlierer und gratulierten Kiel. Auch wenn Rostock-Warnemünde nicht favorisiert wurde, seien Olympische Spiele in Hamburg für ganz Norddeutschland ein Gewinn, sagte Methling.

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