Festspiele MV : Multitalent auf riesiger Spielwiese

Preisträger in Residence  Kit Armstrong (links) und Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein
Foto:
Preisträger in Residence Kit Armstrong (links) und Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein

Der US-amerikanische Pianist Kit Armstrong prägt in diesem Sommer die Festspiele MV. Insgesamt 150 Veranstaltungen im Programm

nnn.de von
08. Februar 2018, 12:00 Uhr

Er ist erst 25 Jahre alt, aber schon in den renommiertesten Konzertsälen der Welt zu Hause. Er ist Pianist, Organist und ausgebildeter Dirigent, hat aber auch Mathematik, Physik und Biologie studiert, beherrscht Origami, die Kunst des Papierfaltens, ebenso wie die Kochkunst: Kit Armstrong ist ein Multitalent. Und er ist der Künstler, der in diesem Sommer als „Preisträger in Residence“ den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern seinen Stempel aufprägen wird – mit all seinen Talenten.

Wie Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein gestern bei der Vorstellung des Gesamtprogramms der Klassikfestspiele erklärte, wird der junge Amerikaner taiwanesischer Abstammung allein 24 der 150 Konzerte und Veranstaltungen in diesem Jahr bestreiten. Bereits die ersten Töne des Festspielsommers, der am 15. Juni in der Konzertkirche Neubrandenburg beginnt, werden aus der Feder Kit Armstrongs stammen. Er komponiert die diesjährige Festspiel-Ouvertüre, die auf der Orgel erklingen wird. Eine weitere Premiere – auch für Kit Armstrong – erleben Festspiel-Besucher am 7. Juli in der Sternberger Stadtkirche: Dort dirigiert er das Händel-Oratorium „Theodora“.

Das sind in dieser Festspielsaison nur zwei Premieren von vielen, so Fein. Neu im Programm ist zum Beispiel „2 x Hören“, eine Reihe von sechs Konzerten, in denen ein und dasselbe Werk zweimal nacheinander von unterschiedlichen Künstlern bzw. auf verschiedenen Instrumenten vorgetragen wird. Bartoks Streichquartett Nr. 3 wird einmal zusammen mit dem Stummfilm „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ zu erleben sein, und einmal ohne Filmeinspielung. Im Abschlusskonzert mit der Kammerakademie Potsdam können Zuhörer schließlich sogar im Orchester Platz nehmen und Werke von Mozart und Bach so aus ganz neuen Perspektiven hören. Auch für die Reihe „Unerhörte Orte“ fanden die Festspiel-Macher wieder neue Spielstätten: die Eisengießerei Torgelow, die Freester Bootswerft, den neuen Plenarsaal des Schweriner Schlosses und die Druckerei der Ostseezeitung.

„Mecklenburg-Vorpommern ist eine riesige Spielwiese – und wir sind unendlich dankbar dafür, dass wir ein Publikum haben, dass sich darauf einlässt“, begeisterte sich Intendant Markus Fein, der aber auch eine ganze Reihe alter Bekannter erwartet: Solisten wie Daniel Hope, Hélène Grimaud, Julia Fischer, Igor Levit und Janine Jansen, internationale Klangkörper wie die Academy of St Martin in the Fields, das NDR Elbphilharmonie Orchester oder das Zürcher Kammerorchester werden auch in diesem Sommer im Nordosten zu Gast sein. Außerdem wird der „Jahrmarkt der Sensationen“, das musikalische Wandertheater der Festspiele MV, zum dritten Mal im Land Station machen. Und in der Reihe „360 Grad“ weihen in diesem Sommer Daniel Müller-Schott, Harriet Krijgh und Anastasia Kobekina in die Geheimnisse des Violoncellos ein.

Vor allem aber dürfen Besucher gespannt sein auf Kit Armstrong. In einem „Raritätenkabinett“ in Landsdorf wird er sich nicht nur als Pianist, sondern auch als Origami-Künstler präsentieren. Außerdem debattiert Armstrong, der fließend deutsch spricht, dort mit dem Wissenschaftlichen Leiter des Testreaktors Wendelstein 7-X, Prof. Dr. Thomas Klinger.

Und noch ein Highlight: In Fürstenhagen in der Feldberger Seenlandschaft lädt der Hobby-Koch am 5. September zusammen mit Sternekoch Daniel Schmidthalter zu einer musikalisch-kulinarischen Weltreise ein.

Karten unter Telefon 0385 5918585 oder www.festspiele-mv.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen