Stralsund : Nordic Yards will Kreuzfahrtschiffe bauen

Das Wehrforschungsschiff „Planet“ (l) und das Segelschulschiff „Greif“ liegen zurzeit als Instandsetzungs- und Reparaturaufträge auf der Nordic Yards Volkswerft in Stralsund
Das Wehrforschungsschiff „Planet“ (l) und das Segelschulschiff „Greif“ liegen zurzeit als Instandsetzungs- und Reparaturaufträge auf der Nordic Yards Volkswerft in Stralsund

„Jeder Auftrag hilft uns“, sagte der Stralsunder IG Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke. „Egal, an welchem Standort gebaut wird – es trägt dazu bei, dass Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit behalten.“

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21. November 2015, 16:00 Uhr

Die IG Metall begrüßt die Ankündigung der Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund, in den Bau von kleineren Kreuzfahrtschiffen einsteigen zu wollen. „Jeder Auftrag hilft uns“, sagte der Stralsunder IG Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke gestern. „Egal, an welchem Standort gebaut wird – es trägt dazu bei, dass Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit behalten.“ Vor allem wegen des Russland-Embargos war immer wieder von Stellenabbau die Rede gewesen.

Nordic Yards-Geschäftsführer Herbert Aly hatte am Vorabend in Stralsund gesagt, er sehe für die unter den Russland-Sanktionen leidenden Nordic-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund Chancen im Bau von kleineren Kreuzfahrtschiffen. Damit könnten die Delle im Russland- und im Offshore-Geschäft überbrückt werden. Der Kreuzfahrtschiffbau erlebe derzeit einen Nachfrageboom – mit der Öffnung der Arktis vor allem im Segment eisgängiger Kreuzfahrtschiffe, sagte er.   Nach seinen Worten hat Nordic durch die Russland-Sanktionen 30 Prozent seines Auftragsspektrums verloren, weitere 20 Prozent durch den niedrigen Ölpreis sowie 40 Prozent im Plattformbau. Der Kreuzfahrtschiffbau könne diese Rückgänge für die nächsten vier bis fünf Jahre ausgleichen.

Bei Nordic seien derzeit sieben Projekte im Premiumsegment in Bearbeitung, unter anderem für kleinere Expeditionsschiffe für Polarregionen mit 200 bis 250 Passagieren. Verhandelt werde über den Bau schlüsselfertiger Schiffe, die noch 2018 geliefert werden sollen, so Aly weiter.

Notwendig – so appellierte Aly an das Land – sei aber auch die Absicherung dieser Aufträge durch Bürgschaften. Die Entscheider sollten dafür über den Zaun nach Frankreich und Spanien schauen.

Langfristig sieht Aly die Zukunft der im Besitz des Russen Witali Jussufow befindlichen Nordic-Werften jedoch im Russland-Geschäft. Es gebe in der russischen Flotte einen gewaltigen Investitionsstau. „Die Kontakte sind da, die Gespräche laufen. Es kommt nur nicht zu Abschlüssen.“

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