Schutz vor Übergriffe : Polizei in MV testet Körperkameras

Polizistin Jenny Pawellek zeigt am Rande einer Pressekonferenz drei verschiedene Bodycams. DDrei Polizeireviere wurden mit jeweils 13 Kameras von drei verschiedenen Herstellern ausgerüstet.
1 von 3

Polizistin Jenny Pawellek zeigt am Rande einer Pressekonferenz drei verschiedene Bodycams. DDrei Polizeireviere wurden mit jeweils 13 Kameras von drei verschiedenen Herstellern ausgerüstet.

Wer damit rechnen muss, bei einer Attacke auf einen Beamten gefilmt zu werden, lässt es vielleicht sein. Mit einem Test soll jetzt herausgefunden werden, ob das wirklich so ist.

nnn.de von
11. Juli 2018, 20:45 Uhr

Die Landespolizei testet seit Mittwoch Körperkameras, um Attacken auf Beamte für Beweiszwecke zu filmen. Drei Polizeireviere wurden dazu mit jeweils 13 Kameras von drei verschiedenen Herstellern ausgerüstet, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zum Start der Testphase in Anklam sagte. Die Body-Cams werden bis Mitte Februar 2019 in Polizeirevieren in Anklam, Schwerin und Rostock-Reutershagen im Alltag geprüft. Anschließend soll entschieden werden, welches Produkt für die gesamte Landespolizei angeschafft wird.

Polizisten würden im Einsatz immer wieder Opfer gewalttätiger Angriffe, sagte Caffier. Im vergangenen Jahr habe es 500 Widerstandsdelikte und 109 Körperverletzungen gegenüber Beamten gegeben. Im ersten Halbjahr dieses Jahres seien es 219 Widerstandsdelikte und 51 Körperverletzungen gewesen. „Kameras schrecken Gewalttäter ab und schützen Polizisten“, sagte der Minister. „Ich bin überzeugt, dass der Kameraeinsatz aufgrund der offenen Aufzeichnung in vielen Fällen zur Deeskalation beitragen wird.“ Ein Angreifer, der damit rechnen müsse, dass ein Übergriff aufgezeichnet wird, werde eher geneigt sein, davon Abstand zu nehmen.

Für den Einsatz der Körperkameras wurde das Sicherheits- und Ordnungsgesetzes des Landes im April geändert. Die Beamten dürfen an öffentlich zugänglichen Orten Bild- und Tonaufzeichnungen machen und speichern. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Aufnahmen in Wohn- und Geschäftsräumen sowie auf Privatgrundstücken möglich. Polizisten mit Body-Cams sollen Westen tragen, die mit Aufschriften auf die Video-Dokumentation hinweisen. Außerdem werde vor einer Aufzeichnung mündlich darauf hingewiesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen