Am Montag : Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr fortgesetzt

Seit Wochen verursachen Warnstreiks Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern. Am Montag treffen sich die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband zu den nächsten Tarifverhandlungen.

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16. Februar 2020, 10:14 Uhr

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern gehen in die vierte Runde. Am Montag wollen sich dazu Vertreter der Gewerkschaft Verdi und des Kommunalen Arbeitgeberverbands in Rostock treffen. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Warnstreiks zu teils erheblichen Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr geführt.

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Die Gewerkschaft fordert für die landesweit rund 1500 Mitarbeiter von Nahverkehrsbetrieben 2,06 Euro mehr Lohn pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro. Der Tarifvertrag soll demnach eine Laufzeit von einem Jahr haben. Hintergrund dieser Angleichung seien die nicht mehr akzeptablen Lohn- und Gehaltsunterschiede zwischen Ost und West.

Nach Verdi-Angaben liegt der Durchschnittsverdienst eines Busfahrers im Osten bei monatlich rund 2500 Euro brutto, im Westen seien es 250 Euro mehr. Laut Arbeitgeberseite bekommt die Mehrheit der Bus- und Straßenbahnfahrer in Mecklenburg-Vorpommern derzeit ein tarifliches Brutto-Grundgehalt von 2675 Euro im Monat.

Nach Ansicht des kommunalen Arbeitgeberverbands ist die Forderung nach einem Angleichungsschritt nicht berechtigt. Die Tarifverträge im kommunalen Nahverkehr würden seit vielen Jahren in den jeweiligen Bundesländern verhandelt und unterschieden sich.

In der dritten Verhandlungsrunde hatte der Arbeitgeberverband monatlich zusätzlich 70 Euro und im kommenden Jahr 40 Euro mehr geboten. Dies bedeute für die Mehrheit der Beschäftigten ein Lohnplus von 4,4 Prozent. Verdi hatte das Angebot als zu niedrig zurückgewiesen.

Die Gewerkschaftsforderungen summierten sich laut Kommunalen Arbeitgeberverband zu einer Steigerung der Gesamtpersonalkosten von rund 15 Prozent, für die im Fahrdienst Beschäftigten sogar zu einer Steigerung um 20 Prozent. Dies sei wirtschaftlich nicht tragbar, sagte die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Gabriele Axmann. Das würde zu Fahrpreiserhöhungen und Angebotseinschränkungen führen.

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