Deutsche Bahn : Tausende Zugausfälle in MV

Viele Pendler nutzen die Bahn um zur ihrer Arbeitsstelle zu kommen
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Viele Pendler nutzen die Bahn um zur ihrer Arbeitsstelle zu kommen

Baustellen, Störungen oder Unwetter bremsen Züge aus. Die nächste Einschränkung steht schon fest

nnn.de von
03. Januar 2018, 20:45 Uhr

Wegen Baumaßnahmen, Störungen im Netz, defekter Fahrzeuge und Unwetterschäden sind in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr tausende Züge ganz oder teilweise ausgefallen. Alleine auf den Strecken im Regionalverkehr gab es bis Oktober 2017 insgesamt 8211 Zugausfälle, wie das Energieministerium in Schwerin mitteilte. Die Ausfallquote lag nach Angaben des Ministeriums bei 3,4 Prozent und fiel damit geringer aus als im Vorjahr. 2016 waren noch rund 5 Prozent der Züge im Nahverkehr ausgefallen.

Über Ausfälle im Fernverkehr lagen keine Daten vor, da die zuständige DB Fernverkehr AG keine länderbezogene Statistik führe, erklärte eine Sprecherin des Energieministeriums. Häufigste Ursache für Zugausfälle im Regionalverkehr waren Baumaßnahmen. Rund 5990 Züge fuhren gar nicht erst los oder nicht mehr weiter, weil auf einem Streckenabschnitt gebaut wurde. Am stärksten seien die Strecken Lübeck-Güstrow-Neubrandenburg-Stettin sowie die für Pendler wichtigen Routen Wismar-Tessin und Rehna-Parchim betroffen gewesen, sagte die Ministeriumssprecherin weiter. Zugausfall bedeute aber nicht automatisch, dass gar nichts fahre. In der Mehrzahl der Fälle werde Schienenersatzverkehr mit Bussen gefahren.

Unplanmäßig wurden 2017 rund 2000 Züge in MV teilweise oder komplett lahm gelegt: Etwa durch Unwetter wie Sturmtief „Xavier“ im Oktober, dass massive Strecken- und Oberleitungsschäden verursacht hatte. Zudem führten gestörte Weichen, Stellwerks-ausfälle und Defekte an den Fahrzeugen zu unvorhergesehenen Zugausfällen.

Im Energieministerium rechnet man auch 2018 damit, dass aufgrund der weiterhin hohen Anzahl von Bauarbeiten auf Bahnstrecken in MV erneut etwa drei Prozent der bestellten Züge ganz oder teilweise ausfallen müssen. Eine genaue Zahl dieser geplanten Ausfälle liege aber noch nicht vor, da Details zu Umfang und Dauer der Baumaßnahmen in vielen Fällen noch nicht bekannt sei, so die Ministeriumssprecherin. Auf die nächsten Einschränkungen müssen sich Bahnreisende jedenfalls ab 8. Januar auf der Strecke Schwerin-Bad Kleinen einstellen. Der Abschnitt soll bis Mitte April für Tempo 160 ausgebaut werden – Reisende müssen solange auf Busse umsteigen.

Die Deutsche Bahn will in den kommenden Jahren in Mecklenburg-Vorpommern Bauvorhaben in dreistelliger Millionenhöhe umsetzen. Für den Zeitraum von 2016 bis 2021 hat der Konzern einer aktuellen Übersicht nach Investitionen von rund 715 Millionen Euro geplant.

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