Fangquote : Verbot für Dorsch aus östlicher Ostsee schon im August

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Schon ab August könnte es zu einem Fangstopp für Dorsch aus der östlichen Ostsee kommen. Davon wären auch Fischer in Mecklenburg-Vorpommern betroffen.

nnn.de von
08. Juli 2019, 19:49 Uhr

Die Fischer müssen ab August mit einem Fangverbot für Dorsch aus der östlichen Ostsee rechnen. Voraussichtlich werde die EU-Kommission bis Ende des Jahres in dieser Meeresregion die Fischerei auf Dorsch bis hin nach Rügen verbieten, kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Montag in der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH in Sassnitz-Mukran auf Rügen an.

Klöckner traf sich auf Rügen mit Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD) und Vertretern von Fischereiverbänden. Euro-Baltic verarbeitet rund 50 000 Tonnen Hering im Jahr und ist eine der größten Fischfabriken Europas.

Dorsch in einem biologisch schlechten Zustand

Für 2020 empfiehlt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES)Fangverbote für Dorsch in der östlichen und Hering in der westlichen Ostsee. Der Dorsch im Osten ist Wissenschaftlern zufolge in einem biologisch schlechten Zustand. Es würden dreimal mehr Fische an natürlichen Ursachen sterben als durch die Fischerei. In der Region um Rügen mischen sich östliche und westliche Dorschbestände der Ostsee. Ein Fangverbot wäre Backhaus zufolge das Aus für die dortige kleine Küstenfischerei. „Das darf nicht passieren“, sagte er.

Das Bundesministerium hofft nach eigenen Angaben, bei der EU Ausnahmen für die küstennahe Fischerei durchsetzen zu können. Auf eine deutliche Kürzung der Gesamtfangmengen müsse man sich jedoch im nächsten Jahr einstellen, sagte Klöckner. Auch die Tagesfangmenge für die Freizeitfischer von derzeit sieben Dorschen werde voraussichtlich gesenkt werden. Für Dienstag ist der erste „Runde Tisch Ostseefischerei 2020“ im Bundesministerium einberufen.

Euro-Baltic-Geschäftsführer Uwe Richter sagte, der bevorstehende Brexit und die Einschränkungen bei der Heringsfischerei gefährdeten den Fortbestand des Euro-Baltic-Werks. Ohne Verträge dürften deutsche Fischer von November an nicht mehr in britische Gewässer. Von dort kämen pro Jahr rund 45 000 Tonnen Nordsee-Hering - 90 Prozent des gesamten Verarbeitungsmenge des Werks.

Schließung der britischen Gewässer

Die einheimischen Fischer konnten in diesem Jahr aufgrund der Fangquote lediglich gut 5000 Tonnen Ostsee-Hering anliefern. Klöckner vermutete, bei einem harten Brexit werde es für eine Übergangszeit zu einer Schließung der britischen Gewässer kommen.

Der Vizevorsitzende des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Michael Schütt, forderte Stilllegungsprämien für Fischkutter, um Zeiten der Fangverbote zu überbrücken. Klöckner sagte Beihilfen für Herings- und Dorschfischer bei einer vorübergehenden Einstellung des Fischfangs zu. Zudem beklagten Fischer die wachsenden Bestände an Kormorane und Kegelrobben, die die Fischbestände reduzierten. Backhaus sagte, der ökologisch gute Erhaltungszustand bei diesen Arten sei längst erreicht. Er schlug vor, die Ostsee zu einer Modellregion für nachhaltige Fischerei zu machen.

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