Europäisches Jugendparlament : Von Schwerin über Passau nach Dublin

Die Delegation des Fridericianums mit Juliane Wiedersberg (l.) und Erik Jahn (r.) in Passau
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Die Delegation des Fridericianums mit Juliane Wiedersberg (l.) und Erik Jahn (r.) in Passau

Schüler des Schweriner Fridericianums haben das Bundesfinale des Europäischen Jugendparlaments gewonnen

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04. Juni 2015, 20:30 Uhr

Als stolze Sieger sind sieben Schüler des Fridericianums Schwerin Anfang der Woche aus Passau zurückgekommen. Dort tagte das Europäische Jugendparlament (EJP) in Deutschland mit Teilnehmern zwischen 15 und 19 Jahren aus der Bundesrepublik und dem europäischen Ausland. Zugleich feierte das EJP in Deutschland sein 25-jähriges Jubiläum. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Mit dem Gewinn auf Bundesebene haben sich Erik Jahn, Juliane Wiedersberg , Gregor Heilborn, Paul Pawel Iwkin, Jakob Horn , Max Lange und Jan-Eric Fähnrich für die nächsthöhere Stufe qualifiziert: Es wird international und findet im März in Dublin und Belfast statt. Damit die dann Zwölftklässler keine Probleme mit den dann anstehenden Abiturprüfungen haben, „müsse noch verhandelt werden“, so Lehrerin Annette Uffmann, die mit dabei war und ihre Schüler auch mit nach Irland begleiten wird.

Beim Europäischen Jugendparlament werde gearbeitet, wie auch in Brüssel und Straßburg, erklärt Erik Jahn. Es werden Teams gebildet, sich in Ausschüssen zusammengefunden, zu Themen diskutiert und Resolutionen erarbeitet. „Den Abschluss bilden die letzten zwei Tage mit einer Parlamentarischen Vollversammlung, wo die einzelnen Resolutionen besprochen und auch Reden gehalten werden“, ergänzt Juliane Wiedersberg. Der inhaltliche Fokus lag in Passau bei der Vereinbarkeit von ökologischer Nachhaltigkeit mit wirtschaftlichem Fortschritt.

Die Resolutionen wurden auf Englisch verfasst, Reden auch in dieser Sprache gehalten. Probleme hatten die Schweriner Schüler damit nicht. „Ich war schon längere Zeit im Ausland, das hat mir natürlich geholfen“, erzählt Juliane . „Aber auch wir anderen kamen gut zurecht. Da fast alle Delegierten aus Deutschland kamen, hatten ja fast alle die gleichen Probleme“, ergänzt der fünfzehnjährige Erik. Das Diskutieren mit Schülern aus anderen Bundesländern und sogar anderen Nationen half, die Dinge von anderen Blickwinkeln zu sehen: „Einzelne Teilnehmer kamen auch aus dem Ausland. In meinem Ausschuss war jemand aus Rumänien. Er hatte ganz andere Beweggründe, woran wir anderen gar nicht gedacht haben“, erinnert sich Juliane.

Für die Elftklässlerin war es neu, vor so vielen Menschen zu sprechen. Damit hatte sie allerdings keine Schwierigkeiten: „Man wächst daran, man gewinnt an Selbstüberwindung. Es war ein sehr gutes Gefühl am Ende.“

Bereits die Teilnahme in Passau war schon ein Erfolg: „Wir haben uns im letzten Herbst für den Wettbewerb angemeldet und ein Auswahlverfahren bestritten“, sagt Erik. Daraufhin wurden die Delegation im März zur norddeutschen Regionalauswahl nach Hamburg eingeladen. „Es gibt drei davon, bei denen jeweils neun Delegationen sind. Die ersten drei kommen ins Bundesfinale“, erläutert Juliane.

Die Gruppe arbeitete in Passau nicht zusammen. Jeder saß in einem anderen Ausschuss. „Dabei ist eine Jury, die sich im Hintergrund hält und beobachtet, wie die einzelnen Schüler diskutieren und argumentieren“, weiß Juliane. „Danach fassen sie zusammen, welche Delegation am besten war. Es bringt also nichts, wenn vier Leute wirklich engagiert mitarbeiten und die anderen drei nichts machen“, so Erik weiter. „Ich denke, dass wir deswegen gewonnen haben. Denn bei uns hat sich wirklich jeder intensiv eingebracht.“ Das bedeutete unter anderem auch wenig Schlaf: „Manchmal haben wir bis nachts um drei daran gesessen, uns vorzubereiten.“

Doch es wurde nicht nur debattiert: Neben der Ausschussarbeit wurde ein kulturelles Programm angeboten. Den Schülern blieb Zeit, neue Kontakte zu knüpfen. Für die Lehrer wurde ein Fortbildungsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit organisiert.

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