Gesunde Ernährung : Wissenslücken im Supermarkt

Aussagekräftig sind Zutatenliste und Nährwerttabelle.
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Aussagekräftig sind Zutatenliste und Nährwerttabelle.

Verbraucherzentrale berät Tausende zu gesunder Ernährung.

nnn.de von
13. März 2018, 05:00 Uhr

Immer mehr Menschen sind übergewichtig, immer weniger haben Ahnung vom gesunden Kochen, während der Umsatz mit Fertiggerichten immer weiter wächst. Wo die einen Experten Alarm schlagen, setzt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern auf stetige Bildungsarbeit.

Etwa 7000 Schüler und Erwachsene haben die Mitarbeiter des Projektes Lebensmittel und Ernährung im vergangenen Jahr im Nordosten informiert, wie Beraterin Simone Goetz sagte. „Das ist die Größenordnung auch der anderen Jahre.“ Sie sei weder Verfechterin einer rein ökologischen Ernährung noch eine Feindin von Fertiggerichten oder Softdrinks, betonte Goetz. „Wir möchten die Verbraucher informieren. Denn informierter Einkauf bedeutet, dass ich das bekomme, was ich möchte.“

Für Schüler und Berufsschüler zum Beispiel tourt die Verbraucherzentrale mit dem dreistündigen Veranstaltungsangebot „Ess-Kult-Tour“ durchs Land. An der Station „Snackchecker“ gehe es um das Erkennen des Zusammenhangs zwischen der Lebensweise und dem Energie- und Nährstoffbedarf eines Menschen und um das Kennlernen der Nährstoff- und Kalorienmengen in verschiedenen Lebensmitteln. An der Station „Spurensucher“ werde nach Zusatzstoffen in den Zutatenlisten geschaut und herausgefunden, was mit ihnen bezweckt wird, an der Station „Selbsterkenner“ das eigene Ess-Verhalten reflektiert.

„Bei Jugendlichen als Verbraucher geht es viel um Getränke, Snacks und neue Trends, sie lieben Exotisches und sind experimentierfreudig“, so Goetz. Bei älteren Menschen sei das Thema Gesundheit beim Lebensmittelkauf ein Schwerpunkt. „Viele sind bereit, Geld für etwas auszugeben, das ihnen ein Mehr an Gesundheit verspricht.“ Ob das Versprechen auf der Verpackung der Realität entspricht oder ob da etwas verkauft werden soll, was keinen Vorteil bringt, werde oft nicht auf den ersten Blick klar.

Erwachsene seien nicht immer die kritischeren und aufgeklärteren Konsumenten, für die sie sich halten, sagte Goetz. „Ältere fallen nur auf eine andere Art der Werbung herein als Jüngere.“ Zugleich gebe es eine ganz starke Gruppe junger Leute, die sehr gesundheitsbewusst seien, die viel wüssten und denen nicht egal sei, was sie kaufen und essen. Und in beiden Altersgruppen gebe es jene, die sagen: Hauptsache, es schmeckt.

Goetz empfahl, immer auf die Rückseite einer Verpackung zu schauen. „Vielen Verbrauchern ist gar nicht bewusst, wie viel man auf einer Lebensmittelverpackung ablesen kann, viele denken, man verweigere ihnen wichtige Informationen.“ Aussagekräftig seien zum Beispiel die Zutatenliste und die Nährwerttabelle, die seit Dezember 2016 auf fast allen verpackten Lebensmitteln zu finden seien. Dort müsse zum Beispiel Auskunft über den Zucker- und den Salzgehalt gegeben werden. Wer sich getäuscht fühlt oder über ein Produkt ärgert, kann sich laut Goetz an die Internetseite www.lebensmittelklarheit.de der deutschen Verbraucherzentralen wenden.

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