Umwelt : Extrem selten gewordene Bachmuschel in Vorpommern entdeckt

Eine Bachmuscheln liegt auf einer Hand.  
Eine Bachmuscheln liegt auf einer Hand.  

Die Barthe in Vorpommern soll ihren einstigen natürlichen Flusslauf zurückerhalten. Sie war einst stark begradigt worden. Nun wurde dort ein großes Vorkommen bedrohter Bachmuscheln gefunden, die eigentlich besondere Ansprüche an ihren Lebensraum stellen.

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13. September 2019, 08:04 Uhr

Ein ungewöhnlich großes Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Bachmuschel ist im Flüsschen Barthe im Landkreis Vorpommern-Rügen entdeckt worden. Die Schalentiere wurden bei Renaturierungsarbeiten gefunden und müssen umgesetzt werden, wie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises mitteilte. Bislang wurden demnach mehr als 1400 Bachmuscheln geborgen, außerdem die ebenfalls zu den Großmuscheln zählenden Malermuscheln und Gemeine Teichmuscheln. Thomas Heinicke, Mitarbeiter der Behörde, sprach von insgesamt rund 35 000 Exemplaren und einer Sensation. «Bislang waren an der Barthe nur kleine Restvorkommen bekannt», sagte er.

Bei allen drei Arten seien sämtliche Altersklassen vorhanden, was auf intakte, sich reproduzierende Bestände hinweise. Einige der umgesetzten Muscheln seien markiert worden, mit kleinen Plättchen und eingravierten Codes.

Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) sind die Bestände der früher sehr häufigen Bachmuschel in Mitteleuropa auf etwa zehn Prozent zusammengebrochen. Die Muschel brauche klares, sauberes Wasser. In vielen Regionen sei sie bereits ausgestorben. Bundesweit werde sie in der Roten Liste als «vom Aussterben bedroht» geführt. Die EU habe die Bachmuschel (Unio crassus) als besonders geschützte Art in die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) aufgenommen. Das verpflichte die Mitgliedsstaaten zu Schutzprogrammen und Schutzgebieten.

Die Vorkommen an der Barthe sind Heinicke zufolge auch deshalb so überraschend, weil der Fluss kein wirklich sauberes Gewässer sei. «Er ist sehr stark begradigt worden.» Er werde jetzt wieder zu dem mäandrierenden Fließgewässer umgestaltet, das er einmal war. Ob die Maßnahmen auch in Angriff genommen worden wären, wenn die Muschelvorkommen bekannt gewesen wären, konnte er nicht sagen. Er erwartete jedoch keine Schäden für die Bestände.

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