Klima : «Fridays for Future»-Demos: Linke ärgern sich über Hesse

Die Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). /Archiv
Die Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). /Archiv

Die «Fridays for future»-Bewegung ist nach Mecklenburg-Vorpommern geschwappt. Am Freitag sind in mehreren Städten des Landes Klimademonstrationen angesagt.

nnn.de von
14. März 2019, 17:44 Uhr

Die Ankündigung von Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD), eine Teilnahme an der Klimademonstration «Fridays for future» könne schulische Konsequenzen nach sich ziehen, hat bei den Linken für Ärger gesorgt. Die Schüler machten sich berechtigterweise Sorgen um die Zukunft. «Wir sollten sie für diesen Mut, für diese Klugheit und für diese Weitsicht auf gar keinen Fall bestrafen», sagte die Vorsitzende der Linksfraktion, Simone Oldenburg, am Donnerstag in Schwerin. Die Teilnahme an der Kundgebung sei nichts anderes als Unterricht, nur an einem anderen Ort. «Die Schülerinnen und Schüler verletzten ihre Schulpflicht nicht!»

Die Sprecherin der «Fridays for future»-Bewegung in Mecklenburg-Vorpommern, Carlotta Petersen, sagte, dass die Fehlstunden durch den Schulstreik nicht annähernd vergleichbar mit den Folgen des Klimawandels seien. «Wir werden auch weiterhin auf die Straßen gehen, sollte die Politik uns mit ihrem Nicht-Handeln dazu zwingen!» Sie rechnete landesweit mit 1500 Teilnehmern.

Mit weltweit mehr als 1650 Klimakundgebungen soll die Bewegung «Fridays for Future» am Freitag einen bisherigen Höhepunkt erreichen. In Deutschland sind knapp 200 Proteste nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin Greta Thunberg geplant.

Bislang sind für Freitag Schülerdemonstrationen in Rostock, Stralsund, Schwerin, Greifswald, Anklam, Wismar, Neubrandenburg, Friedland, Bergen und Boizenburg geplant. Hesse hatte am Mittwoch zwar Verständnis für die Schüleraktion gezeigt, gleichzeitig aber auf die Schulpflicht verwiesen. Wer während der Schulzeit demonstriere, müsse mit einem Eintrag wegen unentschuldigten Fehlens rechnen. Sie erwähnte aber, dass die Teilnahme an der Demonstration im Klassenverbund die Sachlage verändere.

Darauf verwies auch Rostocks Schulsenator Steffen Bockhahn (Linke). Es gebe einen einfachen Weg, ohne Stress zu demonstrieren: «Überzeugt eure #Lehrer*innen mitzugehen und eine Stunde #Unterricht am außerschulischen Ort zu machen», twitterte er am Donnerstag.

Ein Rostocker Schulleiter hatte vor Tagen darauf aufmerksam gemacht, dass Schüler auf Antrag der Eltern vom Unterricht befreit werden können. Er könne die Ziele der Aktion teilweise nachvollziehen und wolle seine Schüler zu kritischen und engagierten Menschen erziehen.

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