Unfälle : Gaffer belästigen Rettungskräfte und Bestatter bei Unfällen

Bei einem schweren Unfall stirbt ein Mann, eine Frau wird schwer verletzt. Als der Bestatter vorfährt, zeigen ihm Autofahrer den Mittelfinger. Nach einem Zusammenstoß von zwei Autos in Nordwestmecklenburg wird ein Feuerwehrmann beleidigt.

nnn.de von
12. Juni 2019, 15:24 Uhr

Gaffer haben Feuerwehr und Bestatter bei einem Einsatz auf der Insel Usedom belästigt. Ein 35 Jahre alter Mann war am Dienstag aus noch ungeklärter Ursache im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit seinem Wagen in den Gegenverkehr geraten und gestorben, wie die Polizei mitteilte. Eine Frau wurde schwer verletzt, ihr 61 Jahre alter Ehemann leicht.

An der Unfallstelle habe sich der Verkehr auf mehrere Kilometer gestaut, als der Bestatter - eskortiert von Streifenwagen - vorfuhr. Einige Autofahrer sollen dem Mann nach Angaben der Polizei den Mittelfinger gezeigt haben. «Wie jemand auf die Idee kommen kann, einen Bestatter so zu belästigen, ist mir schleierhaft», sagte eine Sprecherin der Polizei am Mittwoch.

Auch an der Absperrung des Unfallorts hätten immer wieder Radfahrer gestoppt, um zu schauen. Bußgelder gegen die Gaffer seien nicht verhängt worden, erklärte die Polizei. Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» über die Belästigungen der Einsatzkräfte berichtet.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg soll ein Autofahrer einen Feuerwehrmann am Dienstag beleidigt haben. Die Einsatzkräfte sperrten in Grevesmühlen eine Straße nach einem Zusammenstoß von zwei Autos ab, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Zwei Menschen wurden leicht verletzt; die beiden Wagen mussten abgeschleppt werden. Der unbeteiligte Autofahrer soll ungeduldig an der Straßensperre gewartet und den Feuerwehrmann beschimpft haben. Gegen den Mann werde ermittelt.

Erst vor wenigen Wochen erregte ein ähnlicher Vorfall in Bayern Aufsehen: Nach einem tödlichen Lkw-Unfall bei Nürnberg platzte einem Polizisten wegen mehrerer Gaffer der Kragen. Das Video, in dem er die Schaulustigen fragte, ob sie nicht aussteigen und die Leiche sehen wollten, machte bundesweit Schlagzeilen.

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