Wirtschaftspolitik : Institut: Ostdeutschland braucht mehr Zuwanderer

Joachim Ragnitz. /Archivbild
Joachim Ragnitz. /Archivbild

Ostdeutschland braucht aus Sicht des Ökonomen Joachim Ragnitz mehr Zuwanderer aus Drittstaaten, um wirtschaftlich aufzuholen. «In einzelnen ostdeutschen Regionen wird die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2030 um rund ein Drittel zurückgehen», sagte der Vize-Chef des ifo-Institutes Dresden am Donnerstag. Rückkehrer aus dem Westen könnten die Lücke nicht schließen. Auch das Potenzial von Arbeitskräften aus anderen EU-Ländern sei beschränkt.

nnn.de von
13. Juni 2019, 12:43 Uhr

«Wenn die Stellen nicht besetzt werden, sind negative Wachstumswirkungen zu erwarten», sagte Ragnitz. «Da das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz nun verabschiedet ist, sind die rechtlichen Hindernisse für eine gezielte Anwerbung von gut qualifizierten Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern beseitigt.»

Nun sei es nötig, aktiv um Zuwanderer zu werben. Die für den Osten typischen kleinen und mittleren Unternehmen könnten aber kaum eine eigenständige Suche im Ausland unternehmen: «Sie brauchen staatliche Unterstützung, um gezielt Arbeitskräfte anzuwerben.»

Um die Attraktivität der ostdeutschen Länder für ausländische Arbeitnehmer zu steigern, müssten die Löhne steigen und die allgemeine Infrastruktur verbessert werden», erklärte Ragnitz weiter: «Wichtig wäre es auch, die Bereitschaft der Unternehmen zu erhöhen, Fachkräfte aus anderen Ländern zu beschäftigen, was im Moment oft an Vorbehalten in der ostdeutschen Bevölkerung scheitert.»

zur Startseite

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen