Kriminalität : Kinderporno-Ring im Darknet zerschlagen

Hinter einem Laptop-Bildschirm wird der Schatten eines Mannes an die Wand geworfen. Foto. /Archivbild
Hinter einem Laptop-Bildschirm wird der Schatten eines Mannes an die Wand geworfen. Foto. /Archivbild

Millionenfach sind kinderpornografische Bilder und Videos im Internet zu finden. Die Zahl der Täter geht in die Tausende. Nun ist es der Polizei gelungen, einen Kinderporno-Ring zu zerschlagen.

nnn.de von
15. August 2019, 14:46 Uhr

Polizei und Staatsanwaltschaft in Mecklenburg-Vorpommern haben eine Darknet-Plattform mit Kinderpornos vom Netz genommen. Ein Verdächtiger, ein Nutzer der Plattform, konnte festgenommen werden, wie die Staatsanwaltschaft Rostock am Donnerstag mitteilte. Bei ihm handele es sich um einen Deutschen, der sein eigenes Kind sexuell missbraucht habe und den Angaben zufolge auch anderen zum Missbrauch anbieten wollte. Ein erster Hinweis auf die Plattform sei im Dezember 2017 anonym über die Onlinemeldestelle «Netzverweis.de» des LKA Mecklenburg-Vorpommern eingegangen.

Auf der Chat-Plattform im sogenannten TOR-Netzwerk hätten mehrere Hundert Nutzer aus mehreren Ländern Zugriff auf mehr als 200 000 illegale kinderpornografische Daten gehabt. Trotz der hochgradigen Verschlüsselung, die Plattformen im Darknet böten, sei es gelungen, mehrere Nutzer aus verschiedenen Ländern zu identifizieren. Zur Herkunft der Täter machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Der Server stand in einem Rechenzentrum in den Niederlanden. Die dortigen Behörden hätten die Inhalte gesichert.

Die Plattform sei am Dienstag vom Netz genommen worden. Wenn die Seite nun aufgerufen werde, erscheine eine Sperrseite der Sicherheitsbehörden. Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, sind Ermittlungsverfahren im Bereich der Kinderpornografie in der Regel sehr aufwendig und können nur durch die internationale Kooperation zum Erfolg geführt werden. Denn die kriminellen Anbieter solcher Foren oder Marktplätze im Darknet nutzten Provider und Serverstandorte in verschiedenen Ländern, um den Ermittlungsbehörden die Identifizierung der Nutzer zu erschweren.

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