Schifffahrt : Mehr Aufträge für Nord-Zulieferer von MV-Werften gefordert

Eckhardt Rehberg spricht während einer Sitzung des Deutschen Bundestages. /dpa/Archiv
Eckhardt Rehberg spricht während einer Sitzung des Deutschen Bundestages. /dpa/Archiv

Fassmer setzt die maritime Tradition des Werftstandorts Rechlin fort. Wo früher Spezialrettungsboote entstanden, werden nun Teile für Megayachten gebaut. Der CDU-Haushaltsexperte Rehberg fordert von MV-Werften, mehr lokale Zulieferer zu beteiligen.

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24. Januar 2020, 15:54 Uhr

Die mit Steuermitteln unterstützten MV-Werften sollen nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg norddeutsche Zulieferer deutlich stärker beteiligen. «Da muss die Landesregierung mal genauer hinsehen», sagte der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von CDU/CSU am Freitag bei Besuchen maritimer Firmen in Rechlin an der Müritz. Hier müsse sich die Genting-Gruppe an dem messen lassen, was sie zu Beginn ihres Engagements in Wismar, Rostock und Stralsund erklärt habe, wo inzwischen 3000 Menschen arbeiten. Als Beispiel nannte Rehberg die Meyer-Werft in Papenburg, die bis zu 70 Prozent der Aufträge an heimische Zulieferer vergebe.

Zuvor hatte Harald Fassmer als Werftchef der Fassmer-Gruppe (Berne), zu der ein Tochterunternehmen in Rechlin gehört, für mehr Beteiligung an Schiffsneubauten aus Mecklenburg-Vorpommern geworben. «Fassmer ist da kein Einzelfall im Norden», sagte Rehberg. Die Fassmer Schiffsservice GmbH in Rechlin geht auf die Werfttradition von vor 1990 zurück und baut unter anderem Teile und Anlagen für Megayachten sowie Zubehör und Landeplattformen für Hubschrauber auf großen Windkraftanlagen und Teile für Kreuzfahrt- und andere große Schiffe.

«Unsere Auftragslage ist in Rechlin recht stabil und wir können sechs bis neun Monate im Voraus planen», sagte Fassmer. Etwa 50 Mitarbeiter sind an der Müritz beschäftigt, wo ein Schwerpunkt anspruchsvolle Schweißarbeiten seien. So entstehen unter anderem große Aluminiumbauteile für bis zu 80 Meter lange Yachten sowie moderne Treppensysteme. Die Bauteile würden dann in die Rümpfe aus glasfaserverstärktem Kunststoff eingepasst. Ein Problem sei es, geeignete Auszubildende zu finden, sagte Betriebsleiter Dirk Glawion.

Zur Fassmer-Unternehmensgruppe gehören 1600 Mitarbeiter an mehreren Standorten, darunter in Polen, China und Nordamerika. Die Hauptstandbeine seien der Spezialschiffbau und Anlagenteile für Windkraftanlagen. So werden in China Rettungsboote für asiatische Werften produziert, in Berne Forschungsschiffe sowie Rettungsboote für bis zu 500 Menschen auf Kreuzfahrtschiffen. In Arbeit seien drei Seenotrettungskreuzer, von denen der erste im April in Hamburg auf den Namen «Hamburg» getauft werden soll. Den Jahresumsatz der Gruppe bezifferte der Geschäftsführer auf 150 bis 200 Millionen Euro.

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