Prozesse : Messerattacke: Zu mehrjähriger Haft verurteilt

Messerattacke im Kleingarten: Mehrjährige Haft. /Archiv
Messerattacke im Kleingarten: Mehrjährige Haft. /Archiv

Weil Nachbarn in einer Kleingartenanlage sich über laute Musik beschwerten, stach ein 39-Jähriger später aus Frust zu. Nun wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

nnn.de von
12. Februar 2019, 19:40 Uhr

Für eine lebensgefährliche Messerattacke auf einen Gartennachbarn soll ein 39-Jähriger für drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis gehen. Zusätzlich soll er 10 000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. Mit dem Urteil entsprach das Amtsgericht am Dienstag der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte «maximal drei Jahre Haft» vorgeschlagen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht sprach den Mann am Dienstag der gefährlichen Körperverletzung, Beleidigung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und des mehrfachen Diebstahls für schuldig. «Wenn man Ihre Vorstrafen sieht, haben diese Sie nicht nachhaltig beeindruckt», sagte Richterin Tanja Krüske.

Nach einem Streit mit einem 63-Jährigen in einer Kleingartenanlage in Neubrandenburg hatte er diesen am darauffolgenden Morgen im August 2018 plötzlich niedergestochen, wie Zeugen berichteten. Dem Streit ging eine Feier im Garten des Opfers voraus. Die Feiernden fühlten sich den Angaben zufolge von lauter Musik aus dem benachbarten Garten des dort allein Alkohol trinkenden 39-Jährigen gestört, der zu dem Zeitpunkt in der Kleingartenanlage lebte, wie dessen Mutter im Prozess aussagte. Wegen seines Lebenswandels habe sie ihn nicht mehr in ihrer Wohnung leben lassen.

«Am nächsten Morgen haben Sie aus Frust und Wut über ihre Situation zugestochen», erklärte die Richterin. Der 39-Jährige flüchtete, wurde aber nach wenigen Tagen gefasst.

Die Kammer ordnete die Einweisung des Verurteilten in eine Entziehungsanstalt an, auch wenn der 39-Jährige eine Begutachtung zuvor ablehnt hatte. Ein Gutachter hatte ihn dennoch als «alkoholsüchtig» und «bisher nicht integrationsfähig» eingestuft. Ohne Therapie werde es bei dem sehr aufbrausenden Charakter des Mannes, der im Jahr 2000 mit seiner Familie als Aussiedler deutscher Abstammung aus Russland nach Deutschland gekommen war, nach einer Haftentlassung «zu 100 Prozent zu einem Rückfall kommen», sagte der Gutachter.

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