Bundestag : Opposition: Mehr Anstrengungen für maritime Wirtschaft

Die Opposition im Bundestag hat die Regierung zu mehr Anstrengungen aufgefordert, um die deutsche maritime Wirtschaft im scharfen internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu halten. Es fehle die klare Richtung, wo es mit dem maritimen Standort Deutschland hingehen solle, sagte die Grünen-Abgeordnete Claudia Müller am Freitag im Parlament. «Das ist doch genau das, was die Branche jetzt braucht.»

nnn.de von
17. Mai 2019, 11:31 Uhr

Der FDP-Abgeordnete Hagen Reinhold verlangte, einen Schwerpunkt auf die Meerestechnik zu legen. «Da wäre mal eine Möglichkeit, dass man in Deutschland das Heft des Handelns in die Hand nimmt und sagt, da wollen wir Weltspitze werden.» Die Bedeutung der maritimen Wirtschaft zeige sich in einer Wertschöpfung von fast 50 Milliarden Euro, rund 400 000 Arbeitsplätzen und einem Anteil von 90 Prozent am deutschen Warenumschlag.

Die Grünen-Abgeordnete Müller forderte mehr Anstrengungen zur Luftreinhaltung. Der weltweite Seeverkehr stoße jährlich 940 Millionen Tonnen CO2 aus - 2,5 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen. Ohne ein Gegensteuern werde sich der Anteil bis 2050 verdreifachen. «Wir brauchen neue Antriebstechniken und wir brauchen alternative Antriebsstoffe.» Enrico Komning von der AfD verlangte, Deutschland im Frachtschiffbau wieder konkurrenzfähig zu machen.

Auch der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff plädierte für eine «maritime Energiewende». Es bestehe die Chance, dass Deutschland Vorreiter werde im Bereich «green shipping» (umweltfreundliche Schifffahrt). «Der Weltmarkt dafür ist riesig.»

Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), sprach sich für eine verstärkte Zusammenarbeit in Europa auch im maritimen Bereich aus. «Wir stehen als Europa im Wettbewerb in der maritimen Wirtschaft mit vielen anderen wichtigen Plätzen in der Welt. Da muss Europa stärker werden.»

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