Schifffahrt : Schleuse Zaaren zwischen Berlin und Seenplatte bleibt dicht

Die Baustelle der Schleuse Zaaren. /Archivbild
Die Baustelle der Schleuse Zaaren. /Archivbild

Erhebliche Bauprobleme an einer Schleuse blockieren die Schifffahrt für die Freizeitkapitäne im nördlichen Brandenburg. Die Unternehmen der Tourismuswirtschaft befürchten Millionenverluste.

nnn.de von
12. Juli 2019, 17:28 Uhr

Wegen massiver Probleme bei den Bauarbeiten bleibt die Schleuse Zaaren an der Oberen Havel-Wasserstraße bis auf weiteres geschlossen. Die Schleuse könne nach jetzigem Stand voraussichtlich nicht mehr bis zum Ende der Saison im Herbst in Betrieb gehen, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Eberswalde am Freitag mit. Die Schleuse solle nun spätestens bis zum 1. April kommenden Jahres fertig werden. Der direkte Weg zwischen Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte auf Wasserstraßen, der insbesondere von der Sportschifffahrt genutzt wird, bleibt damit in dieser Saison blockiert.

Nach dem Ziehen der 16 Meter langen Baugrund-Spundbohlen waren laut Schifffahrtsamt die neu errichteten Betonwände aufgrund des Fließsandes im Untergrund um etwa zwei Zentimeter abgesackt. Eine Umfahrung über Elbe und Müritz-Elde-Wasserstraße ist wegen des niedrigen Wasserstands der Elbe derzeit kaum möglich. Die Unternehmen des Wassertourismus rechnen mit Schäden in Millionenhöhe.

Ursprünglich sollte die Schleuse nach Sanierungsarbeiten zum Start der Wassersaison Mitte April eröffnet werden. Dann verschob das WSA den Termin auf den 1. August, unter anderem wegen aufwendiger Arbeiten zur Bergung von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Unwetterschäden im Juni wurde der Termin erneut auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam zeigte sich entsetzt. «Vom Blitzeinschlag bis zum Baugrundproblem - die Negativnachrichten zur Schleuse Zaaren reißen nicht ab», sagt der IHK-Geschäftsführer für Wirtschaft, Jens Werthwein. Die Unternehmen im Wassertourismus benötigten Planungssicherheit. «Stattdessen stehen sie nun vor dem kompletten Saisonverlust», sagte Werthwein. «Für die Zukunft ist eine Gesamtstrategie zur Instandsetzung der alten Schleusen dringend erforderlich, damit die Tourismusbranche ihre Potenziale ausnutzen kann.»

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