Wirtschaftspolitik : Unternehmerverband setzt auf Industrie-Kern-Ausstrahlung

Das Dock der Warnemünder Werft der MV Werften. /Archivbild
Das Dock der Warnemünder Werft der MV Werften. /Archivbild

Mecklenburg-Vorpommerns Arbeitgeberpräsident Thomas Lambusch hat die Bedeutung industrieller Kerne für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes betont. «Die MV-Werften sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich um einen Nukleus herum ein ganzer Wirtschaftsbereich mit vielen Zulieferern entwickeln kann», sagte Lambusch am Donnerstag bei der traditionellen «Stallwache» in Schwerin. Zum Jahresempfang der Unternehmervereinigung waren nach Veranstalterangaben rund 150 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in das Schloss der Landeshauptstadt gekommen.

nnn.de von
15. August 2019, 17:39 Uhr

Lambusch räumte ein, dass sich bislang nicht jede Hoffnung erfüllt habe wie bei dem Werftenverbund, dem ein malaysischer Großinvestor mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen ein neue Perspektive gegeben hatte. «Die Windkraftbranche hat für unser Land großes Potenzial. Doch haben veränderte politische Rahmenbedingungen die gute Entwicklung gebremst. Das hat Arbeitsplätze gekostet und auch zu einigen Insolvenzen geführt», beklagte der Verbandschef.

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Hüther, verwies ebenfalls auf die Entwicklung der Werften, die nach vielen schwierigen Jahren wieder zu einem strukturbestimmenden Zweig im Nordosten geworden seien. «Sicherlich auch mit Glück, weil sich ein Akteur gefunden hat, der ein Marktsegment besetzt, das nach vorne weist», sagte Hüther.

Ungeachtet der Defizite und Unterschiede zu wirtschaftsstarken Regionen habe Mecklenburg-Vorpommern eine gute Entwicklung genommen. «Wir haben heute eine Arbeitslosenquote von unter sieben Prozent und die Erwerbsquote liegt bei 75 Prozent. Das sind Zahlen, die hätte man vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten», sagte Hüther, der als Gast an der Veranstaltung teilnahm. Der Spitzenökonom riet aber auch zu Geduld: «Strukturwandel - ob in Ost oder in West - geht nicht von heute auf morgen.»

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