Umwelt : Wenig Wasser: Müritz gereinigt und Ostseestrände gesäubert

Am Ostseestrand von Diedrichshagen startet eine Müllsammelaktion.
Am Ostseestrand von Diedrichshagen startet eine Müllsammelaktion.

Deutschlands größter Binnensee und die Ostsee-Strände im Nordosten sind wieder etwas sauberer. Durch den niedrigen Wasserstand konnte in Waren zuvor unsichtbarer Müll aus der Müritz geborgen werden. An der Ostsee riefen Umweltverbände zugleich zu Müllvermeidung auf.

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22. September 2019, 10:53 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Müritz und die Strände an der Ostsee wieder deutlich sauberer. Zahlreiche Naturfreunde sammelten am Wochenende in Waren und Röbel am größten Binnensee Deutschlands Müll, Seegras und Bauschutt und trugen an der Ostsee Müll vom Strand zusammen. «Wir haben die Chance genutzt, die uns der niedrige Wasserstand diesmal bot», freute sich Bürgermeister Norbert Möller (SPD) in Waren an der Müritz. «Man kommt an Dinge heran, die man normalerweise nicht sieht.»

Die Müritz hat mit einem Pegel von 1,43 Metern derzeit ihren niedrigsten Wasserstand seit 1989 und damit zehn Zentimeter weniger Wasser als am Ende des Dürresommers und -herbstes 2018.

Rund 100 Menschen beteiligten sich an der Müritz an der Reinigung, in Warnemünde waren es nach Angaben von Umweltverbänden etwa 30 Leute. Aktionen waren zudem in Rerik, Kühlungsborn, Prora, Stralsund, Greifswald und Schwerin geplant. Anlass war der weltweit begangene «Coastal Cleanup Day».

Durch den niedrigen Wasserstand konnten die Helfer in Waren auf mehr als vier Kilometern unter anderem Bootsteile, jede Menge entsorgte Gummistiefel, Glas und Reste von Sägewerkstechnik vom Müritzgrund bergen. «Bürger haben schon angeregt, das Ganze vor Beginn der Badesaison 2020 zu wiederholen», sagte Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel. Rund 20 Kubikmeter Müll fielen allein im Heilbad Waren an, obwohl der See vor einem Jahr schon einmal gesäubert worden war.

An der Ostsee hatten mehrere Umweltverbände, der Verband Deutscher Sporttaucher, der Deutsche Seglerverband und der Deutsche Kanu-Verband zur Reinigung aufgerufen. Nach Angaben des Naturschutzbundes sollen an der Ostsee auf jeweils 100 Metern Strand im Schnitt 70 Müllteile zu finden sein. Weltweit gelangten jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle vom Land ins Meer. Angesichts der Müllmassen seien Sammelaktionen zwar nicht die Lösung des Problems, brächten das Thema aber ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Die Grünen Mecklenburg-Vorpommerns forderten von der Landesregierung schärfere Maßnahmen zur Vermeidung von Plastik. «Für ein Land mit so vielen Gewässern wie MV erwarten wir deutlich stärkere Bemühungen des Landes», betonte Jana Klinkenberg vom Landesvorstand. In den Kommunen gebe es zwar Anträge zur Vermeidung der Plastikflut, doch reiche das längst nicht aus. Ihr Appell: Das Land sollte in Landeseinrichtungen und auf landeseigenen Flächen Speisen und Getränke nur in wiederverwendbaren Verpackungen und Behältnissen ausgeben.

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