Nach Gedenken an Rechtsextremisten : Chemnitz-Profis distanzieren sich in offenem Brief von Rassismus

Bundesweit hat die Trauer um einen Rechtsextremisten der Chemnitzer Fan-Szene für Entsetzen gesorgt.
Bundesweit hat die Trauer um einen Rechtsextremisten der Chemnitzer Fan-Szene für Entsetzen gesorgt.

Nach dem Skandal, als Chemnitz-Fans im Stadion um einen Rechtsextremisten trauerten, äußern sich nun die Spieler.

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22. März 2019, 11:11 Uhr

Chemnitz | Die Regionalliga-Fußballer des Chemnitzer FC haben die Bewohner der westsächsischen Stadt dazu aufgefordert, im Heimspiel am Samstag gegen Budissa Bautzen (13.30 Uhr) zu zeigen, "wie lebenswert und bunt diese Stadt ist". In einem offenen Brief schreibt der Mannschaftsrat um Kapitän Dennis Grote: "Es ist Zeit, Farbe zu bekennen und zu zeigen, dass Chemnitz himmelblau und nicht braun ist!"

Das Sachsen-Duell gegen Bautzen ist das erste Heimspiel der Chemnitzer nach dem Skandal am 9. März, als Fans im Stadion um einen verstorbenen Hooligan und Rechtsextremisten trauerten. Die Begegnung der Regionalliga Nordost steht unter bundesweiter Beobachtung. DFB-Vizepräsident Rainer Koch hatte sich gewünscht, dass sich der Chemnitzer FC in dem Spiel klar gegen Rassismus positioniert.

"Nazi-Club"

Die Fußballer schreiben, dass die zurückliegenden Tage für die Mannschaft "sehr schwierig" gewesen seien: "Für was für einen Nazi-Club spielst du denn? Diese oder ähnliche Nachrichten haben wir alle in den Tagen seit dem 9.3.2019 immer wieder bekommen. Das war vorher nicht so. Und das soll künftig auch nicht mehr sein!" In dem Brief heißt es, dass ein sehr großer Teil der Mannschaft nicht gebürtig aus Chemnitz, aber gern in der Stadt sei. Die Spieler hätten "bei zahlreichen Terminen und Gesprächen viele tolle und weltoffene Chemnitzer" kennengelernt. "Diese Menschen sollten wir alle in den Fokus stellen und nicht die braune Ideologie."

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