FC Hansa Rostock : 0:1 in Aalen: Hansa versagt als Kollektiv

Aalens Keeper Daniel Bernhardt liegt eigentlich schon in der falschen Ecke, wehrt aber mit dem Fuß ab, weil Soufian Benyamina den Elfmeter zu mittig tritt. Auch im Nachschuss bekommt er den Ball nicht am Torwart vorbei – es bleibt beim 0:1… Fotos: Lutz Bongarts
Aalens Keeper Daniel Bernhardt liegt eigentlich schon in der falschen Ecke, wehrt aber mit dem Fuß ab, weil Soufian Benyamina den Elfmeter zu mittig tritt. Auch im Nachschuss bekommt er den Ball nicht am Torwart vorbei – es bleibt beim 0:1… Fotos: Lutz Bongarts

Eine Halbzeit total „fest“ : Benyamina vergibt Elfmeter

nnn.de von
18. März 2018, 21:00 Uhr

Die missliche Entwicklung im Monat März, die mit einem 1:1 bei Werder Bremen II ihren Anfang nahm, im 0:1 in Zwickau ihre Fortsetzung und mit dem 2:3 nach 2:0-Führung gegen Paderborn ihren vermeintlichen Höhepunkt fand, hat bei Fußball-Drittligist FC Hansa zu einem Knacks geführt. Mit dem 0:1 (0:0) beim VfR Aalen gab es die dritte Niederlage hintereinander. Bedenklich war vor allem, wie „fest“, um nicht zu sagen teilnahmslos die Gäste in der ersten Halbzeit auftraten. Sie durften froh sein, nicht schon zur Pause überrannt worden zu sein. Trainer Dotchev stellte nach dem Abpfiff fest: „Wir haben als Kollektiv versagt.“ Mit dem 0:1 von Aalen sind alle Aufstiegs-Gedanken ad acta gelegt. Hansa hat in vier Spielen die günstige Ausgangsposition komplett geschreddert.

Der nunmehr ehemalige Lieblingsgegner der Ostseestädter (Bilanz bis dato: drei Siege, vier Remis) war von Beginn an dominant und kam zu derart vielen Chancen, dass die Begegnung an sich schon nach der ersten Hälfte hätte entschieden sein müssen. Die hochkarätigsten Möglichkeiten vergaben der Ex-Rostocker Müller (super Rettungstat von Riedel auf der Linie des so gut wie leeren Tores/13.), Trianni (aus Nahdistanz drüber/17.), Schnellbacher (zu lasch aus bester Position, Blaswich hält sicher/ 21.) und abermals Müller (daneben/40.).

Die Weiß-Blauen hingegen brachten nach vorne kaum etwas zustande, kamen abgesehen von einem harmlosen Kopfball von Benyamina (4.) nicht einmal in die Nähe einer Abschlusssituation. Das einzig Positive, als es in die Kabinen ging, war, dass es wie durch ein Wunder noch immer 0:0 stand.

Nach dem Seitenwechsel fand der FCH zumindest mehr statt und entwickelte bereits nach wenigen Minuten endlich auch Torgefahr. Benyamina hatte Müller die Kugel abgeluchst und Breier bedient. Der brachte sich noch besser in Position, indem er Traut umkurvte, schaufelte dann aber den Ball am Kasten vorbei. Das war ein Knackpunkt. Hier das 1:0 für Hansa, und diese Begegnung hätte einen ganz anderen Verlauf nehmen können.

So aber gerieten die Mecklenburger nach einem Angriff der Aalener über die rechte Seite in Rückstand. Breier konnte Trianni nicht mehr daran hindern, die Flanke aus Nahdistanz über die Linie zu befördern (58.). Dieser Treffer war aber zugegebenermaßen überfällig – und bereitete im Übrigen dem kuriosen Zwischenstand in der Gesamt-Tordifferenz des FC Hansa in der 3. Liga von 333:333 ein Ende.

Keeper Blaswich verhinderte gegen Schnellbacher (50.) und Wegkamp (76.) glänzend weitere Gegentore, was fast noch wenigstens einen Punkt wert gewesen wäre: Elfmeter für Hansa in der 80. Minute nach Foul von Schulz an Rankovic! Würde also doch auch das vierte Duell in der Ostalb-, ehemals Scholz-Arena 1:1 enden? Nein! Benyamina fand in Bernhardt seinen Meister.

Zu allem Überfluss kassierte Henning kurz vor Schluss auch noch die einzige gelbe Karte in einer fairen Partie – seine fünfte, womit er morgen (19 Uhr) bei Sonnenhof Großaspach gesperrt ist.

Trainer-Urteil

Peter Vollmann (Aalen):  Es ist unglaublich gut gelaufen für uns. Wir besaßen schon in der ersten Halbzeit große Möglichkeiten und hätten führen müssen. Rostock hatte einen schlechten Tag, wir einen sensationell guten. Die Mannschaft warf alles, was sie kann, in die Waagschale. Das war eine überragende Kollektivleistung. Natürlich braucht man auch ein bisschen Glück, dass der Torwart den Elfmeter hält. Das hat uns noch mal einen Push gegeben. Und wenn alles zusammenkommt, kann man so ein Spiel dann auch 1:0 gewinnen. Unterm Strich war das verdient.

Pavel Dotchev (Rostock): Es war eine absolut verdiente Niederlage. Meine Analyse ist ganz einfach: Die Mannschaft kam gar nicht ins Spiel, offenbar weil ihr die geistige Frische verloren gegangen ist. Das kann man nicht schönreden.  Das war zu lasch, zu wenig gegen vom 1:6 in Magdeburg wachgerüttelte Aalener. Wenn man nicht bereit ist, ans Limit zu gehen, kann man nicht gewinnen. Ich bin absolut überrascht von meiner Mannschaft. Wir haben auch gegen Zwickau und Paderborn verloren, zeigten da aber ein ganz anderes Gesicht. Jetzt muss eine Reaktion erfolgen. 

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