FC Hansa Rostock : Millionenschaden für den FC Hansa

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Aufgrund der sich ständig ändernden Faktenlage ist es derzeit kein leichter Job für Robert Marien, den FC Hansa auf Kurs zu halten: „Deswegen kann man im Moment, wenn man im Bild der Kogge bleiben will, das Schiff nur auf Sicht steuern.“
Aufgrund der sich ständig ändernden Faktenlage ist es derzeit kein leichter Job für Robert Marien, den FC Hansa auf Kurs zu halten: „Deswegen kann man im Moment, wenn man im Bild der Kogge bleiben will, das Schiff nur auf Sicht steuern.“

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie kosten den Fußball-Drittligisten einen siebenstelligen Betrag.

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17. März 2020, 18:07 Uhr

Rostock | Kurzarbeit, Ostseestadion dicht und die Geschäftsstelle heruntergefahren: Der Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock hat erste Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zumindest etwas abzufedern. Am Montag hatten die Drittligisten in einer gemeinsamen Telefonkonferenz mit dem Deutschen Fußball-Bund beschlossen, die Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April auszudehnen.

„Im tiefsten Kern sind wir ein Veranstalter. Ein Veranstalter von Fußballspielen, von Großveranstaltungen. Wenn die untersagt sind, ist unsere wirtschaftliche Geschäftsgrundlage weggefallen. Und niemand kann sagen, wie lange das dauert." Robert Marien, Vorstandsboss des FC Hansa Rostock


„Im tiefsten Kern sind wir ein Veranstalter. Ein Veranstalter von Fußballspielen, von Großveranstaltungen. Wenn die untersagt sind, ist unsere wirtschaftliche Geschäftsgrundlage weggefallen. Und niemand kann sagen, wie lange das dauert. Es gibt dafür kein Drehbuch, keine Erfahrungswerte. Deswegen kann man im Moment, wenn man im Bild der Kogge bleiben will, das Schiff nur auf Sicht steuern“, sagte Hansa-Vorstandsvorsitzender Robert Marien.

Täglich, ja, beinahe stündlich ändert sich die Informations- und Faktenlage. „Dennoch ist es wichtig, dass wir jetzt erste Handlungen im präventiven Vorsorgebereich für den Verein und die Spieler unternehmen, um die wirtschaftliche Stabilität aufrechtzuerhalten“, so der 39-Jährige, der nach dem Nachwuchs- ab sofort auch den Profi-Bereich in einen „Corona-Schlaf schickt. Zudem haben wir alle weiteren Veranstaltungen wie die Fußballschule oder die Ostercamps abgesagt. Mitarbeiter, die es können, gehen ins Home-Office. Das Ostseestadion wird gesperrt. Es kommen nur noch die Personen rein, die wirklich müssen. Wir werden alle Dienstleistungsverträge prüfen, gegebenenfalls kündigen oder aussetzen.“

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Zudem wird es auch über 200 Mitarbeiter – inklusive Profis – treffen, die in Kurzarbeit gehen müssen. „Wir haben dies bereits am Freitag den Mitarbeitern der Verwaltung und des Nachwuchsbereichs mitgeteilt und am Montag die ersten Anträge beim Arbeitsamt eingereicht. Wir haben auch mit den Spielern gesprochen, dass es auf sie zukommt. Ich weiß aus Gesprächen mit anderen Vereinen, dass alle darüber nachdenken und einige es sogar schon getan haben“, erklärt Robert Marien.

Wie lange der FC Hansa ohne Spielbetrieb überleben kann, vermochte der Vorstandsboss nicht zu sagen. Dazu sei es zu früh. Das könne man nicht absehen, da sich auch die Faktenlage gegenwärtig ständig ändert. Doch in jedem Fall kosten die Auswirkungen der Pandemie den norddeutschen Traditionsclub „mindestens einen siebenstelligen Betrag. Das hat eine erste Schätzung ergeben“, so Marien.

Der Club-Boss fügt an, dass auch die Spätfolgen, sollte irgendwann wieder der Ball rollen, kaum kalkulierbar sind. „Keiner kann garantieren, dass es keine Zahlungsausfälle bei Sponsoren gibt. Oder dass keine Dienstleister ausfallen und man für teures Geld Ersatz holen muss, um das auszugleichen. Wie hoch der Schaden am Ende ist, wird die Zeit zeigen.“

„Doch bevor man auf die Hansa-Familie zugeht oder auf die Sponsoren, die sich auch alle in einer wirtschaftlich unsicheren Lage befinden, sollte man seine eigenen Hausaufgaben machen sowie bei sich selber anfangen und das tun, was möglich ist.“ Robert Marien, Vorstandsboss des FC Hansa Rostock


Dennoch versucht der Verein, die Probleme zunächst hauptsächlich alleine zu schultern, wenngleich Robert Marien berichtet, dass es großen Rückhalt und Zuspruch innerhalb der Hansa-Familie gibt. „Doch bevor man auf die Hansa-Familie zugeht oder auf die Sponsoren, die sich auch alle in einer wirtschaftlich unsicheren Lage befinden, sollte man seine eigenen Hausaufgaben machen sowie bei sich selber anfangen und das tun, was möglich ist“, sagt Marien und verdeutlicht das Problem: „Wenn man viel mit Anwälten spricht, und das haben wir in den vergangenen Tag getan, dann hört man immer, dass ein Schaden in der Gesamtwirtschaft und nicht nur beim FC Hansa entstanden ist. Doch es gibt keinen Schuldigen. Einen Schaden kann aber nur ein Schuldiger ersetzen. Und das ist ein unsichtbarer Feind, wie es Herr Leonhardt (Präsident des FC Erzgebirge Aue – d. Red.) so treffend sagte.“

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