FC Hansa Rostock : Hanseaten unterliegen FC Carl Zeiss Jena 1:2

Foto: Lutz Bongarts

Am 33. Spieltag der 3. Fußball-Liga trifft Hansa auf den FC Carl Zeiss Jena. Wir berichten live aus dem Ostseestadion.

nnn.de von
13. April 2019, 13:30 Uhr

Rostock | "Unterm Strich haben wir nicht unverdient die drei Punkte mitgenommen. Nach dem 1:1 war Hansa 30 Minuten absolut spielbestimmend, aber letztlich haben wir den Vorsprung clever über die Zeit gerettet", sagt Lukas Kwasniok, Trainer vom FC Carl Zeiss Jena.

Doch von Anfang an.

Seit dem 12. Dezember 1992 hatte der FC Hansa zu Hause nicht mehr gegen die Thüringer verloren. Sieben Partien in Folge waren die Rostocker vorher ungeschlagen gewesen, während Jena nach zwölf Spielen ohne Sieg zuletzt ein im Kampf gegen den Abstieg überlebenswichtiges 2:1 gegen Energie Cottbus eingefahren hatte.

FCH-Trainer Jens Härtel bot im Vergleich zum vorangegangenen 1:1 bei Fortuna Köln Pascal Breier an Stelle von Marcel Hilßner und, was vielleicht nicht unbedingt zu erwarten war, Guillaume Cros für Lukas Scherff auf.

Deutlich mehr Ballbesitz für die Kogge

Und Cros führte sich gleich gut ein mit einer mustergültigen Flanke, die zwar keinen Abnehmer fand, aber zur ersten Ecke führte (3.)., wovon es in der ersten Halbzeit vier für die Weiß-Blauen und lediglich eine für die Gäste gab. 

Auch ansonsten die Hausherren mit deutlich mehr Ballbesitz und der allgemeinen Überlegenheit, doch mussten sie erst mal den Rückschlag des 0:1 verkraften: Oliver Hüsing ausnahmsweise mal nicht Sieger im Kopfball-Duell, und das hat gleich Folgen: Der Ex-Rostocker Manfred Starke steht blank, spielt sofort ab zu seinem Kollegen Wolfram, und bumm! drin ist er, wobei hier auch Keeper Ioannis Gelios nicht ganz glücklich aussieht (5.). 

Der Rückstand schien die Mecklenburger allerdings nicht groß zu tangieren. Sie gingen sofort wieder zur Tagesordnung über und kamen ebenso einfach wie Jena kurz darauf ebenfalls zu einem Treffer. Von links weit hinüber kommt der Ball geflogen zu Maximilian Ahlschwede, hat der eine Ruhe! hat der eine Übersicht!, und der Nutznießer ist in der Mitte Pascal Breier, der ganz sicher vollstreckt zum 1:1 (9.).

Spannend und knisternd

Nach etwa einer halben Stunde lag die Führung für den FC Hansa allmählich in der Luft. Tanju Öztürk ganz stark durch die Mitte auf Cebio Soukou (28.), doch der kriegt die Kugel ebenso wenig richtig kontrolliert wie wenig später Merveille Biankadi nach schöner Vorarbeit von Soukou (34.). Nach der anschließenden Ecke steht auf einmal Öztürk völlig frei schon im Fünf-Meter-Raum der Gäste, doch ist er da wohl zu überrascht und macht das 2:1 nicht (35.).

Bei kaum drei Grad plus und sibirisch kaltem Wind - wenigstens hatte es aufgehört zu regnen - ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.

Es blieb spannend, es knisterte, es schien was in der Luft zu liegen, doch Torgefahr kam vorerst hüben wie drüben nicht auf. Einmal war Breier nach gestochenem Pass von Biankadi fast durch, weil er den Ball gekonnt mit in seinen Lauf nahm, aber er wurde noch gestört (58.). 

Für die Blau-Gelben war ein Punkt eigentlich zu wenig - würden sie irgendwann mehr Risiko eingehen und sich dadurch für die Rostocker mehr Räume ergeben?

Standards erarbeitet

Die Thüringer erarbeiteten sich einige Standards, unter anderem zwei Ecken in kurzer Folge, doch verheißungsvoller war der Konter des FC Hansa mit dem eingewechselten Scherff, der sich energisch durchtankte, letztlich jedoch zu Fall kam (70.).

Allerdings mussten die Gastgeber stets auf der Hut sein, nicht in den Konter zu laufen. Doch genau das taten sie, und zwar in geradezu klassischer Manier, fast lehrbuchreif, musste man fast sagen. Eben noch selbst Julian Riedel mit vorn, die Kogge am Drücker, und dann ging das ganz schnell in die andere Richtung, ausgerechnet Starke schloss ab - 1:2 (76.).

Hansa rannte jetzt an, wollte zumindest noch einen Punkt, kassierte aber fast das 1:3 (Gelios stark gegen Eismann/88.). Letztlich setzte sich Carl Zeiss nicht mal unverdient durch.

"Ich muss sagen, das war die schlechteste zweite Halbzeit, die wir gespielt haben, seit ich hier bin", sagte Trainer Jens Härtel. "Jena geht völlig verdient als Sieger vom Platz. Wir haben viele Dinge, die wichtig sind in dieser Liga, nicht auf den Platz gebracht. Nach dem 0:1 kamen wir gut zurück, hatten das Spiel im Griff, machten es aber zu schlampig. Da wird der Außenrist genommen statt schnörkellos zu spielen. In der zweiten Hälfte hat Jena früher attckiert, da hat man schon gesehen, dass wir nicht mehr diese Ruhephasen am Ball hatten, und dann kriegen wir aus einer Kontersituation sogar noch das Gegentor. Die Mannschaft wirkte nicht so frisch wie zuletzt, sie war heute nicht in der Lage, das Spiel noch zu drehen. Am Mittwoch im Landespokal-Halbfinale beim FC Mecklenburg Schwerin werden wir wieder ein anderes Gesicht zeigen."

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