Hansa Rostock-Fans : Fremdenfeindliche Parolen und Zug-Randale

Neun Verdächtige sollen in München fremdenfeindliche Parolen gerufen haben. Auch in Vorpommern kam es am Wochenende zu Ausschreitungen.

nnn.de von
17. Dezember 2018, 11:26 Uhr

Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres, jetzt wurde klar: Es waren Anhänger des FC Hansa Rostock, die am 2. Dezember 2017 kurz vor Mitternacht in einer Unterführung in der Nähe vom Pasinger Bahnhofsplatz in München mehrere zwischen 21 und 28 Jahre alte Syrer, Afghanen und Iraner erst fremdenfeindlich beleidigt und dann geschlagen haben. Das haben jetzt die Ermittlungen ergeben.

Zunächst sollen die neun Tatverdächtigen Beleidigungen wie "Ausländer raus!" gerufen haben, ehe die Fäuste flogen. Dabei wurde eines der Opfer im Gesicht verletzt, ein anderes an der Hand. Passanten riefen die Polizei, die Täter konnten fliehen.

Langwierige und aufwendige Ermittlungen

Das Staatsschutzkommissariat 44, das für politisch rechts motivierte Kriminalität zuständig ist, nahm die Ermittlungen auf und konnte jetzt Erfolge vermelden. Bundesweit wurden insgesamt neun Tatverdächtige aufgespürt. Sie sind zwischen 18 und 48 Jahre alt und kommen aus München und dem Landkreis sowie Passau und Rostock.  Am vergangenen Donnerstag wurden ihre Wohnungen durchsucht. "Dabei wurden weitere mutmaßlich tatrelevante Beweismittel sowie Betäubungsmittel aufgefunden", teilte die Polizei mit.

Gegen die neun Verdächtigen wird nun wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung ermittelt.

Fußballfans randalierten im Reisezug

Am Samstag kam es zudem nach dem Spiel des FC Hansa Rostock gegen den VfR Aalen zu einem Zwischenfall mit Fussballfans des FC Hansa Rostock.

Auf der Rückfahrt vom Spiel randalierten stark alkoholisierte sogenannte Fußballfans im Alter von 18 bis 25 Jahren im Regionalexpress 3317 zwischen Stralsund und Greifswald. Aus einer Gruppe von etwa 30 Fans heraus kam es im Zug durch insgesamt sieben Tatverdächtige zu Sachbeschädigungen. Zusätzlich wurden ein Feuerlöscher grundlos im Waggon entleert und am Bahnhof Greifswald-Süd Graffitischmierereien angebracht.

Sofort eingesetzte Kräfte der Landes- und der Bundespolizei stellten die Identität von insgesamt sieben tatverdächtigen Personen und zusätzlichen Zeugen fest. Dabei kam es durch einen der Tatverdächtigen zu einer Widerstandshandlung gegenüber einem Beamten der Landespolizei. Dieser Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und dem Polizeihautrevier Greifswald zugeführt.

Durch das Verhalten der Randalierer und den darauffolgenden Polizeieinsatz kam es zu einer Verspätung des Zuges von 64 Minuten.

Zehn Hansafans wurden durch den Zugführer des Regionalexpresses aufgrund ihres Verhaltens von der Weiterfahrt ausgeschlossen. Die Weiterreise dieser Personengruppe erfolgte dann unter Begleitung der Bundespolizei in einem später fahrenden Zug. Gegen die tatverdächtigen Fußballfans wird jetzt wegen Sachbeschädigung, Missbrauch von Nothilfeeinrichtung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Belästigung der Allgemeinheit ermittelt.

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